Sänger Christoph Baierl begeistert in Pleystein
Frech und frivol im Frack

Christoph Baierl kommt bei seinen Auftritten mit Charme, Humor und tiefer Feinsinnigkeit mit seinem Publikum schnell ins Gespräch. Bild: bey
Kultur
Pleystein
06.06.2016
253
0

Einen besonderen Abend erlebte die Besucher des Konzerts von Christoph Baierl. Der Sänger hatte mit seinem speziellen Programm seine Zuhörer schnell auf seiner Seite.

Es gab eine Zeit, in der sich die Menschen einer Musik erfreuten, die manchmal krächzend aus großen trichterförmigen Lautsprechern zu hören war. Schellackplatten lagen dazu auf den Teller eines Grammophons, das mit einer Handkurbel auf Geschwindigkeit gebracht wurde. Es waren 1920er und 1930er Jahre, die doch oft nicht so "golden" waren, wie es die Geschichte beschreibt. Und in diese Zeit hat am Freitagabend in der ausverkauften Unterkirche Christoph Baierl bei seinem Konzert "Ein Abend wie dieser" ein begeistert mitgehendes Publikum entführt.

Baierl beließ seinen gesanglichen Rückblick aber nicht nur in dieser Zeit, er kam auch Max Raabe, einem perfekten Nachahmer dieser Schlager von einst, in Ausdruck, Mimik und stimmlich absolut nahe. Außerdem holte Baierl den unvergessenen Peter Alexander in sein Programm.

Wenn der Sänger mit Pleysteinern Wurzeln auftritt, dürfen sich die Besucher immer auf etwas ganz Besonderes freuen. Dazu gehörte für die Lieder im ersten Teil des Konzertes allein schon der optische Eindruck: Der Frack passte nicht nur dem Sänger wie maßgeschneidert, sondern auch zu den Liedern. Da war es schon fast selbstverständlich, dass Baierl mit Charme, Humor und tiefer Feinsinnigkeit ins Gespräch mit dem Publikum kam.

Dem Vorbild ebenbürtig


Wenn der junge Entertainer vom badenden "Fräul'n Helen" singt, wippen die Füße der Besucher mit, die Melodie wird vorsichtig mitgesummt. Dem Publikum sind die alten Gassenhauer "Ich fahr mit meiner Klara in die Sahara" nicht fremd, und bei Max Raabes "Kein Schwein ruft mich an", zeigt sich der Sänger seinem Vorbild ebenbürtig.

In geschickter Weise hat Baierl zusammen mit Dominik Herzner (Perkussion und Gitarre) und Kenneth Berger (Piano) ein Programm zusammengestellt, in dem neuere Lieder von Peter Alexander wie "Ich zähle täglich meine Sorgen", der "Badewannen-Tango" und bei den Zugaben "Die kleine Kneipe" nahtlos eingebunden werden.

Dem Sänger gelingt es, die in früheren Zeiten gut umschriebene Erotik auch auf seine Art bestens zum Publikum zu bringen. "Frivol" ist noch immer die richtige Bezeichnung für die Lieder von einst, die aber ihre Beliebtheit bei den Gästen nie verloren haben. Für herzhaftes Lachen beim Publikum sorgt die Moderation Baierls, pointenreich, mit viel Witz und Hintersinnigkeit formuliert.

Standing Ovations zum Schluss und drei Zugaben, darunter der "kleine grüne Kaktus", und als letzten Ohrenschmaus ein musikalischer "Gute-Nacht-Gruß".
Weitere Beiträge zu den Themen: Pleystein (41)Christoph Baierl (8)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.