Sängerkreis Nordoberpfalz tagt in Pleystein
Sänger keine Zauberer

Kreisvorsitzender Georg Ebenhöch (am Rednerpult) lobte das Kreiskonzert als "Veranstaltung mit Tragkraft". Am Vorstandstisch (im Hintergrund) nahmen Kreischorleiter Richard Waldmann, Kreisgeschäftsführer Adolf Gassner, stellvertretende Schatzmeisterin Jutta Schwab, stellvertretende Landrätin Margit Kirzinger, Bürgermeister Rainer Rewitzer und Jugendbeauftragte Kerstin Homberg (von rechts) Platz. Bild: bey
Kultur
Pleystein
17.03.2016
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Die Notenblätter und Liedtexte blieben bei der Kreisversammlung des Sängerkreises Nordoberpfalz im Pleysteiner Hotel "Regina" in der Tasche. Im Mittelpunkt stand neben den Berichten auch die Auseinandersetzung mit den rückgängigen Mitgliederzahlen.

Beim Treffen der Vorsitzenden der Chöre aus den Sängergruppen Amberg, Floß, Kemnath, Weiden und Wiesau nannte der Kreisvorstand vor allem einen Lösungsansatz: eine bessere Darstellung der Chorarbeit und der Chöre gegenüber der Allgemeinheit. Dadurch solle dem nicht übersehbaren Abwärtstrend entgegengewirkt werden.

Nach der Begrüßung durch den gastgebenden Männergesangverein Pleystein unter Leitung von Holger Scheufler stellte Bürgermeister Rainer Rewitzer der Kreisversammlung die Stadt als bedeutenden Ort für die Musik im östlichen Landkreis vor.

Dabei verwies er auch auf die Internationale Junge Orchesterakademie mit dem Osterfestival. Den Pleysteiner Männerchor mit seiner Sangesstärke bezeichnete der Rathauschef als nicht alltäglich. "Ihr singt für euch, eure Mitmenschen und die gesamte Bevölkerung."

Kreisvorsitzender Georg Ebenhöch zog ein umfangreiches Resümee über die Arbeit der rund 75 Chöre mit 1600 Sängern. Er erinnerte daran, dass beim Kreiskonzert in Kümmersbruck vier der fünf Sängergruppen vertreten waren. Damit habe das Konzert auch für die Öffentlichkeit eine gewisse "Tragkraft" vermittelt. Der Erfolg dieser Veranstaltung sei Geschäftsführer Adolf Gassner zu verdanken, der für Motivation bei den Ensembles gesorgt habe. "Beeindruckend" nannte Ebenhöch das Bundeschorsingen in Volkach am Main mit über 100 Chören, darunter drei aus dem Sängerkreis Nordoberpfalz.

Jugendbeauftragte Kerstin Homberg informierte über die Möglichkeit, verbilligte Eintrittskarten für die Landesgartenschau in Bayreuth zu erhalten. Kreisgeschäftsführer Gassner bedauerte den Rückgang der Teilnehmer bei den Kreisversammlungen. Beim Blick auf die Liste seien meist die gleichen Namen zu finden. Ebenso hätten sich von rund 160 eingeladenen Gästen gerade einmal die Hälfte zurückgemeldet.

Der Kreisgeschäftsführer sprach auch das Thema "Erhalt der Chöre im Ruhestand" an. Es sei möglich, die Vereine sozusagen drei Jahre auf Eis zu legen, was aber jeder Organisation pro Jahr 50 Euro für Beratung koste.

Genügend Engagement


Kreischorleiter Richard Waldmann wollte die schlechte Stimmung und die Einschätzung von zu wenig Engagement bei den Chören nicht teilen. Natürlich wären mehr aktive Sänger wünschenswert, erkennbar sei aber das Bestreben, aus der Situation das Beste zu machen. "Zaubern kann niemand." Als positives Beispiel für die Entwicklung einer Formation nannte er den Pleysteiner Männerchor.

Dem Chorleitertag wünschte Waldmann eine bessere Teilnahme der Chorleiter. Das traditionelle Kreiskonzert solle beibehalten werden, auch wenn oft die Resonanz aus der Bevölkerung gering sei. "Aber wir singen ja auch für uns." Deshalb müssten Überlegungen zur besseren Darstellung in der Öffentlichkeit überlegt werden.

Stellvertretende Landrätin Margit Kirzinger sah in dem Spruch "Wo man singt, da lass' dich ruhig nieder" einen tiefen Wahrheitsgehalt. Ein schöner Gesang verbreite automatisch auch eine gute Stimmung. Der Chorgesang habe im Landkreis Neustadt/WN eine lange Tradition, was die Zahl der Vokalensembles beweise. Es sei unübersehbar, "dass die Aufrechterhaltung der Pflege des Gesangs immer schwerer wird", räumte Kirzinger ein.

Daher wendete sie sich auch an die jünger Generation: Gemeinsamer Gesang sei nicht nur eine sinnvolle Freizeitgestaltung, sondern entwickle sich aus dem Interesse an einer zusätzlichen Beschäftigung, führe zu Gesprächen untereinander und diene schlicht als Ausgleich zur Arbeit. "Chormitglieder wollen Kultur nicht nur konsumieren, sondern auch produzieren."
Chormitglieder wollen Kultur nicht nur konsumieren, sondern auch produzieren.Stellvertretende Landrätin Margit Kirzinger
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