48 Millionen Mark für die Fahne

Eine Abordnung des Männergesangvereins macht sich im Juli 1928 auf den Weg nach Wien zum 10. Deutschen Sängerbundfest. Vor dem Schubert-Denkmal stellten sich die Männer zum Erinnerungsfoto auf. Repro: tu
Lokales
Pleystein
14.08.2015
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Der Männergesangverein (MGV) 1895 Pleystein feiert am Wochenende sein 120-jähriges Bestehen. Die Vereinschronik, die Erwin Klotz erstellt hat, zeichnet eine Erfolgsgeschichte nach.

Die Rosenquarzstadt war schon seit Jahrhunderten eine Stadt der Musik und des Gesangs. Was lag also im ausgehenden 19. Jahrhundert näher, als dem Beispiel vieler deutschen Orte zu folgen, und einen Gesangverein zu gründen? Ziel war, dem "Deutschen Lied" eine organisierte Heimat zu geben.

Sechs Gründungsmitglieder

Am 6. Dezember 1895 hoben sechs junge Männer - Alois Wildenauer, Johann Müllner, Carl Pflaum, Carl Sax, Alois Müllner und Franz Pühler - in der "Alten Post" in der Altstadt den Männergesangverein aus der Taufe. Die nachfolgenden Jahre waren gekennzeichnet von einem regen Zuspruch und vom steten Aufschwung.

1923 stand die Fahnenweihe an. 89 Vereine bekamen ein Einladung. Fahnenjunker war Anton Bock, Fahnenbraut Emma Wildenauer, Patenverein der heute nicht mehr existierende Sängerbund Weiden. Die Vereinsfahne fertigte die Taubstummenanstalt Michelfeld an. Inflationsbedingt kostete diese 48 Millionen Mark. Die 20er Jahre waren geprägt von Operettenaufführungen und Singspielen. Der Oberpfälzer Heimatdichter Anton Wurzer, die Gebrüder Alois, Hans und Sebastian Sax, Franz Landgraf, Sebastian Müllner, Johann Müllner, Alois Wildenauer, Josef Schön, Wenzel Kirner - um nur einige zu nennen - hatten damals einige bedeutsame Kapitel in der Vereinsgeschichte mitgeschrieben. 14 Sänger fuhren 1928 nach Wien und beteiligten sich dort vom 19. bis 22. Juli mit Fahne am 10. Deutschen Sängerbundfest.

Nach der kriegsbedingten Pause wurde der Verein am 1. Februar 1949 im Gasthaus Völkl (Vereinslokal seit 1924) reaktiviert. Nach einem Gespräch mit Sängern aus dem Sudetenland, die als Vertriebene ihre Heimat verlassen mussten und in der Gastwirtschaft Lehner selbst einen Gesangverein gründen wollten, schlossen sich diese dem MGV an.

Nachhaltig im Rampenlicht

Erster Vorsitzender wurde Josef Schön, erster Dirigent Sebastian Müllner. 1950 ging der Dirigentenstab in die Hände von Alois Sax über, der den Chor bis 1968 leitete. Mit vielfältigen Veranstaltungen brachte sich der MGV nachhaltig ins Rampenlicht. Dem "Deutschen Lied" widerfuhr eine Erneuerung, die bis in die Gegenwart anhält.
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