Ab durch den Garten

Die sieben Akteure zeigten im Bachofnersaal großes Bauerntheater bei dem Lustspiel "Mamas neuer Mann oder Wenn alte Scheunen brennen". Bild: tu
Lokales
Pleystein
23.03.2015
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Glänzende Feuertaufe für die Volksbühne der "Theaterfreunde Pleystein". Das Lustspiel "Mamas neuer Mann oder Wenn alte Scheunen brennen" in drei Akten begeisterte am Freitag das Publikum im ausverkauften Bachofnersaal.

Raphael Moll und Konrad Schatz würzten die Einführung zur Premiere mit humorvollen Zitaten. So sorgten sie schon bei der Ouvertüre für heitere Stimmung im Publikum. Die Akteure hatten seit Anfang Dezember im Hotel "Zottbachhaus" den Schwank eingeprobt.

Liebe und Moral

Das turbulente Lustspiel steht in Tradition der klassischen bayerischen Volkstheaterstücke. Mit Liebe zum Detail wird hier die gute alte Zeit des Bauerntheaters reaktiviert. Es gibt ein heiteres Verwirrspiel um Liebe, Missverständnisse und Moral. Die sehr gut disponierten Darsteller der vor siebeneinhalb Jahren aus der Taufe gehobenen Laienbühne präsentierten die Komödie mit jeder Menge bodenständigem Humor sowie hintergründigem Witz und landeten damit einen Volltreffer.

Urkomische Szenen, treffsichere Pointen sowie spitzzüngige Anspielungen, gemixt mit hintersinnigen Dialogen und verbalen Attacken aufs Zwerchfell waren Garanten für temperamentvolle Akte, bei denen kein Auge der 180 begeisterten Besucher trocken blieb. Zum lustigen Spektakel passte auch das Bühnenbild mit der gemütlichen Wohnstube der Batzelmeiers als Mittelpunkt.

Erika Batzelmeier ist seit über zehn Jahren Witwe und hat endlich wieder einen Mann fürs Leben gefunden. Heinrich Runkelmöller, ein zugezogener Städter hat es allerdings allen ledigen Damen des Ortes angetan. Heimlich wie ein Teenager muss der arme Kerl sich nachts ins Haus seiner Liebsten schleichen und es kurz vor Morgengrauen durch den Garten wieder verlassen.

Die liebe Schwiegermutter

Die Geheimniskrämerei nervt Heinrich. Erika sitzt zwischen allen Stühlen. Wie soll sie der Familie die Neuigkeit beibringen? Da ist nämlich die liebe Schwiegermutter Philomena Batzelmeier, die mit im Hause lebt und die es gar nicht befürworten würde, wenn ein nicht Einheimischer in die Fußstapfen ihres verstorbenen Sohnes Johannes treten würde.

Für sie kommt nur Albert Sargnagel, als Heiratskandidat in Frage. Außerdem will sie Enkelin Caroline Batzelmeier mit Sargnagels Sohn Emilius verkuppeln. Aber Runkelmöller wickelt vermeintlich die Oma charmant und diplomatisch um den Finger. Alexandra Moll war die Rolle der Erika Batzelmeier wie auf den Leib geschneidert. Das resolute Pendant lieferte ihre Schwester Claudia Stahl als Schwiegermutter Philomena Batzelmeier ab. Verena Pschirrer setzte mit ihrem forschen, aber auch dickköpfigen Auftreten als Caroline Batzelmeier ebenfalls Glanzpunkte. Tobias Plödt brillierte als Heinrich Runkelmöller.

Neugierig und verklemmt

Szenenapplaus bekam auch Alexandra Hartwig. Sie verkörperte die neugierige Nachbarin und Freundin von Philomena Batzelmeier auf höchst originellen Weise. Den angeberischen Schreinermeister und Bestatter Albert Sargnagel spielte Georg Weiß, der längst zu einer bedeutsamen Sütze der Theatergruppe geworden ist. Dessen etwas verklemmten Sprößling Emilius stellte nicht minder vortrefflich Christoph Müllhofer dar.

Die Akteure hatten auch immer wieder die Lacher mit ihren eigenen satirischen Seitenhieben auf einige im Publikum sitzende Personen auf ihrer Seite. Minutenlanger Applaus war nach dem Finale der verdiente Lohn für die Glanzleistungen der Mitwirkenden.
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