Abschied von Wilhelm Hartung (87) - Etliche Jahrzehnte in vielen Vereinen der Stadt engagiert
Mit Pleystein ein Leben lang verbunden

Lokales
Pleystein
02.02.2015
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"Mit 85 noch gut bei Stimme" lautete die Überschrift im "Neuen Tag" vor knapp zwei Jahren anlässlich des Geburtstages von Wilhelm Hartung. Am Dienstag, nur wenige Tage vor Vollendung des 87. Lebensjahres, ist diese Stimme für immer verstummt. Hartung verstarb am frühen Nachmittag des 27. Januar im Regensburger St. Katharinenspital.

Dort hatte er im Mai 2014 sein neues Zuhause gefunden, nachdem er aufgrund mehrerer Operationen nicht mehr in sein Haus am Pleysteiner Stadtweiher zurückkehren konnte. Stadtpfarrer Pater Hans Ring erinnerte beim Requiem am Freitag daran, dass der Verstorbene regelmäßig die sonntägliche Eucharistie besuchte - auch wenn er dazu Gehhilfen brauchte. Ausführlich erinnerte der Geistliche an das Leben Hartungs, der am 3. Februar 1928 in Pleystein geboren wurde und nach dem Volksschulabschluss bei der Firma Max Müllner Maler lernte. Später, bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1991, arbeitete Hartung bei der Firma Drabsch.

1952 schloss er in der Pleysteiner Stadtpfarrkirche den Bund fürs Leben mit Anna Müllhofer. Aus der Ehe gingen die Kinder Wilhelm und Amalie hervor. Im Jahr 1966 zog die Familie in das Haus am Stadtweiher um. Ein schwerer Schicksalsschlag war für ihn am 23. November 2011 der Tod von Ehefrau Anna nach 59 Ehejahren. Noch bis April 2014 wohnte er zusammen mit Sohn Wilhelm in seinem Haus am Stadtweiher. In seinem neuen Daheim in Regensburg wurde er täglich abwechselnd von Tochter Amalie und den anderen Familienmitgliedern besucht.

73 Jahre bei der Wehr

Max Zehent, Vorsitzender der Feuerwehr Pleystein, erinnerte daran, dass Hartung im Alter von 14 Jahren in die Feuerwehr eintrat. Über viele Jahrzehnte sei er für die Wehr in verantwortungsvollen Funktionen tätig gewesen. Als Kreisbrandmeister im Altlandkreis Vohenstrauß in den Jahren 1962 bis 1971 war Hartung über die Grenzen der Stadt hinaus im Einsatz. Insgesamt sei er der Feuerwehr Pleystein 73 Jahre lang verbunden gewesen.

Thomas Müllner verabschiedete sich im Namen der Kolpingsfamilie. Hartung sei mit 18 Jahren beigetreten und hatte erheblichen Anteil an der Wiedergründung der Kolpingsfamilie. In den fast 70 Jahren seiner Mitgliedschaft erhielt er zahlreiche Ehrungen. Josef Hartung, Ehrenvorsitzender des TSV Pleystein und Neffe des Verstorbenen, nannte ihn einen geschätzten Mann, der gern seine Arbeitskraft und seinen Rat zur Verfügung stellte. Hartung habe sich in der Gemeinschaft, allen voran die Familie, wohlgefühlt. Dem TSV Pleystein gehörte er seit 1950 an.

Gedanken an Pleystein

Amalie Hartung-Käser versicherte, dass ihr Vater in seinem letzten Lebensabschnitt trotz der Entfernung zu Pleystein in seinen Gedanken oft in seinem Heimatort war und sich an schöne Momente erinnerte. Am offenen Grab verabschiedete sich der Vorsitzende des Männergesangvereins Pleystein, Karl Herrmann, von einem Sangesbruder der über Jahrzehnte die Vereinsgeschichte mitgeschrieben hat. Hartung trat am 1. Februar 1949 in den Männergesangverein ein und gehörte als zweiter Tenor zum festen Stamm. Dieses Engagement sei mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft gewürdigt worden.

Der Kirchenchor unter Leitung von Alexander Völkl umrahmte das Requiem. Am Grab sang der Kirchenchor "Näher mein Gott", der Männergesangverein sang zu Ehren des Verstorbenen den "Schottischen Bardenchor".
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