Alle vier Jungstörche tot - Vater versucht, fremden Eindringling vom Nest fernzuhalten
Vergebliche Abwehrversuche

Der Pleysteiner Storch (links) konnte den fremden Rivalen am Freitag noch vertreiben. Bild: tu
Lokales
Pleystein
28.05.2015
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Seit Dienstag steht fest, dass es in Pleystein kein erfolgreiches Brutjahr für die Störche geben wird. Denn die vier Jungvögel leben nicht mehr. Am Donnerstag, 21. Mai, sichtete Storchenbetreuer Hubert Schmid zwei Junge im Horst (wir berichteten) auf dem stillgelegten Kamin des ehemaligen Molkereibetriebes im Stadtgraben Nord.

Bereits einen Tag später störte ein fremder Storch das Brutpaar mit Landeversuchen. Das Männchen hatte ihn zunächst jedoch immer wieder verjagt. Schmid zählte am Samstag vier Jungvögel im Nest. Tags darauf tauchte ein anderer fremder Storch auf. Er war zwar beringt, aber der Betreuer konnte den Ring nicht ablesen. Spätestens zu jenem Zeitpunkt hatte Schmid die Befürchtung, dass die Jungen verhungern müssten, da der Großvogel mit der Abwehr der Eindringlinge beschäftigt war und deshalb kein Futter holen konnte.

Die dringend notwendige Nahrung konnte aber auch die Störchin nicht besorgen, da sie ihren Nachwuchs wärmen musste. Am Montag kreuzte wieder ein fremder Storch auf. Einen Tag später war kein Jungstorch mehr im Horst. Ein toter Jungvogel lag noch am Rand. Einen Kampf um das Nest hatte Schmid zwar nicht beobachtet, "es könnte aber einer stattgefunden haben". Nach wie vor dreht ein fremder Storch, der nicht beringt ist, seine Kreise um das Nest.

Grundsätzlich sei festzustellen, dass der Storch in Bayern im Bestand nicht mehr gefährdet sei. "Bei uns ist mehr als ein Storchenpaar schon wegen der relativ schlechten Nahrungsgrundlage kaum möglich. Auch fehlt ein weiterer Horstplatz", erklärt Schmid. Wie sich das veränderte Zugverhalten der Störche auf die Population auswirke, müsse noch erforscht werden. "Jedenfalls haben die später kommenden sogenannten Ostzieher schlechtere Chancen, einen Nistplatz zu ergattern und früh Junge zu bekommen."
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