Als es noch kräftig qualmte

Eng wie früher in den Wartesälen war es für die Besucher der "Dampfnacht" der Eisenbahnfreunde. Bild: bey
Lokales
Pleystein
07.01.2015
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Nostalgie pur bot die "Dampfnacht" der Eisenbahnfreunde. Sie war verbunden mit Kindheitserinnerungen und Rückblicken auf eine über 100-jährige Geschichte der Dampfzüge aus Weiden Richtung Eslarn.

Einen regelrechtenBesucheransturm erlebte der ehemalige Schlecker-Markt an der Neuenhammer Straße. Auf der großen Leinwand die Züge von einst, darunter im Modell die Nachbauten zum Anschauen: Die "Dampfnacht" wurde für die Eisenbahnfreunde zum großen Ereignis.

Am 8. Mai 1993 verabschiedete sich zum glorreichen Finale der letzte Zug auf der Strecke in Richtung Lohma, nachdem der eigentliche Schienenverkehr bereits seit Jahren eingestellt worden war. Es war kein echter "Bockl", denn er bestand aus der Lokomotive der Baureihe 86 und fünf angehängten alten Eilzugwagen. Von Weiden aus führte die nostalgische Reise über Floß, Waldau nach Vohenstrauß. Dort musste die Lokomotive ordentlich Wasser fassen, bevor die Reise nach Pleystein und Eslarn ging. Die Besucher der "Dampfnacht" sahen noch einmal das alte Pleysteiner Schulhaus und auch Bergler-Werk. Vom Filmformat Super 8 waren die Filme auf Digital überspielt worden. Am Bahnhof Pleystein war der jetzige Altbürgermeister Willi Reil im Film zu sehen. Auch andere Bürger tauchten auf. Die "Eslarner Blasmusik" haute bei der Ankunft des Zugs richtig auf die Pauke und blies den Gästen den Marsch. Fred Lehner, ehemaliger Flosser Bürgermeister, fungierte auf einer der nostalgischen Fahrten in stilechter Uniform als Schaffner. Die vorgeführten Filme von den Video- und Schmalfilmfreunden Weiden verdeutlichten aber vor allem die bauliche und gewerbliche Entwicklung entlang der Strecke. So waren in Pleystein, dort wo heute die Herrenpoint-Siedlung steht, noch grüne Wiesen und Äcker. Auf dem Bahnhof selbst befanden sich die für den Abtransport vorgesehenen Holzstapel. Die damaligen unverbauten Landschaften entlang der "Bocklbahnlinie" gaben den Gästen immer wieder Rätsel auf, wo der Zug im Moment fährt.

Die Eisenbahnfreunde zeigten ihren Besuchern auch Bilder vom Winter 1936/1937, in dem Lokomotiven und Personal mit unendlichen Schneemassen zu kämpfen hatten. Die Besucher waren von den faszinierenden Bildern, auch wenn sie technisch noch nicht so ausgereift waren, restlos begeistert.
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