Beerdigt im Massengrab

Lokales
Pleystein
06.08.2015
2
0

Heimatforscher Karl Ochantel aus Vohenstrauß ermittelte das Schicksal der Kriegsteilnehmer vor 100 Jahren. So mancher Soldat aus der Region fand 1915 sein Grab in der Ukraine und in Polen.

In Polen fielen am 9. Mai 1915 der Landwehrmann Ernst Löwy aus Burkhardsrieth und am 10. Mai der Gefreite Albert Lindner aus Eslarn. Die Verlustlisten berichten auch vom Tod des Theologiestudenten Johann Nagl aus Riedlhof am 16. Juni. Noch in der gleichen Woche wird die Festung Lemberg eingenommen.

Mit dabei sind Georg Ach aus Ragenwies, Karl Gleich aus Frankenreuth und aus Eslarn Josef Brenner und der Bäcker Leonhard Landgraf. Johann Winter aus Eslarn starb am 24. Juni durch einen Herzschuss. Am 15. Juli beginnt der Angriff der Bayern mit Ziel Cholm und später Warschau. Eine Gewehrkugel trifft Georg Pöll aus Moosbach. Georg Dobmeier aus Burkhardsrieth stirbt durch einen Herzschuss. Auch Franz Wickl aus Frankenreuth und Johann Uschold aus Etzgersrieth fallen. Johann Lang aus Etzgersrieth kommt am 9. Juli ins Feld nach Polen. Eine Woche später, am 17. Juli, beendet ein Kopfschuss sein Leben, im Garten eines Pfarrhauses wird er im Massengrab beerdigt.

Josef Schmid und Josef Brenner aus Eslarn kommen ebenfalls als Ersatz zur Division. Beide wurden bereits am 20. August 1914 in der Schlacht von Lothringen verwundet. Der Glaspolierer Karl Herrmann aus Pleystein wird durch Granatprellung verwundet. Ein Infanteriegeschoss verletzt Johann Rosner, den Uhren-Rosner aus Pleystein, schwer am Kopf. Der Müller Johann Wittmann lässt seine rechte Hand verbinden.

Der Brauereibesitzer Josef Bauriedl in Eslarn erhält Feldpost von seinem Neffen Gustl: "Hoffentlich dauert der Krieg nicht mehr zulange." Am 27. Juli wird das Dorf Stepankowice gestürmt. Dabei fallen zwei Soldaten aus Eslarn: Der Leutnant der Reserve Georg Grötsch erhält einen tödlichen Kopfschuss. Der 26 Jahre alte Vizefeldwebel steht genau ein Monat im Feld an der Ostfront. Nun wird er in einem Einzelgrab in einem Garten beerdigt, fünf Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Er ist der zweite Sohn, den der Müller Johann Grötsch verliert. Im gleichen Augsburger Infanterieregiment Nr. 3 wird am 27. Juli auch der Braugehilfe Josef Brenner aus Eslarn verwundet, kommt vom Gefechtsfeld zur Sanitätskompanie und stirbt am nächsten Tag. Er wird im Dörfchen Janki im Massengrab beerdigt.
Weitere Beiträge zu den Themen: August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.