Bienen viel zu früh fleißig

Lokales
Pleystein
15.05.2015
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2014 war kein gutes Jahr für die Imker. Je nachdem, wo die Biene ihren Standort hatte, konnte mancher Imker einen ordentlichen Ertrag erzielen. "Bei anderen hat es sich fast nicht gelohnt, die Schleuder in Betrieb zu nehmen", sagte Vorsitzender Gerald Stahl in der Jahreshauptversammlung der Pleysteiner Imker.

Geprägt von einem viel zu warmen Winter sowie einem ebenfalls sehr warmen Frühling und Frühsommer wechselte das Klima in einen durchwachsenen Sommer über. "Die Bienen wurden früh aktiv und die gebotene Winterruhe war viel zu kurz. Die Auswirkungen sind bis ins Frühjahr 2015 spürbar", fuhr Stahl fort. Habe man das Glück oder den richtigen Riecher gehabt, an den warmen Tagen zur Blütezeit am richtigen Standort zu sein, habe es große Zuwächse gegeben. Wählte man aber einen ungünstigen Standort, dann sei der Ertrag an den kalten Tagen von den mittlerweile starken Völkern sofort wieder verzehrt worden.

Lange und rekordverdächtige Niederschläge hätten den Juli und August geprägt und die Aussichten auf einen erfolgreichen Ertrag bei der Sommertracht getrübt. Viele Imker hätten bis zuletzt auf eine Verbesserung gehofft, die jedoch ausgeblieben sei. "Der August ist ein gefühlter, vorgezogener Herbst. Dieser macht auch die Varroa-Behandlung mit der Ameisensäure zum Glücksspiel", betonte der Vorsitzende.

Viel zu hohe Temperaturen

Das Jahr 2014 habe geendet wie es begonnen habe, nämlich mit viel zu hohen Temperaturen im November und Dezember. Die Verluste zum Jahresbeginn 2015 seien verhältnismäßig hoch. Nach seinem kritischen Resümee zum Bienenjahr 2014 hatte Stahl auch erfreulichere Nachrichten parat. Er konnte drei Neuaufnahmen vermelden: Annelie Stahl aus Vöslesrieth, Hans Sax aus Pleystein und Hans Kick aus Reinhardsrieth. Auch gab er bekannt, dass die Mitglieder aktuell insgesamt 200 Bienenvölker gemeldet haben. Ferner schlug er vor, zukünftig von April bis September Monatstreffen zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch abzuhalten, was volle Zustimmung fand.

Er erinnerte an eine Imkertradition: das Setzen und Vermehren von Weidenbäumen. "Ich beobachte mit Sorge die oft radikale Abholzung der ersten und äußerst wichtigen Nahrung der Bienen. Auch in unserer Gemeinde wäre manchmal ein gezielter und überlegter Rückschnitt der Palmkätzchen angebrachter als das totale Entfernen der Weidenbäume, um die Verkehrssicherheit an Straßen, Wegen und an öffentlichen Plätzen zu gewährleisten. Wir Imker sind aufgerufen, dass wir uns wieder mehr um einen Ausbau der Weidenbaumbestände kümmern, zum Beispiel in den eigenen Gärten oder an geeigneten Stellen."

Das gleiche gelte für andere Blühsträucher und Blumen, und vielleicht sollte man auch den Rasen nicht jede Woche mähen. Nach den Ausführungen des Vereinschefs, der noch auf die Aufzeichnungspflicht für Varroabekämpfungsmittel hinwies, unterbreitete Schatzmeister Werner Reger den Kassenbericht.

Dank an Janker

Höhepunkt der Versammlung war die Ehrung von Reinhold Janker für seine 27-jährige engagierte Tätigkeit als Vorsitzender. Stahl überreichte seinem Vorgänger und jetzigen Stellvertreter ein Geschenkkörbchen und dankte ihm für seinen Einsatz an der Vereinsspitze fast drei Jahrzehnte lang. "Ich wünsche uns allen ein etwas konstanteres, vielleicht etwas planbareres und ertragreicheres Jahr 2015 und, dass wir uns durch größere oder kleinere Rückschläge nicht entmutigen lassen."

"Neben dem Ertrag von Honig, Pollen und Wachs ist es für uns Imker ein besonderer Lohn, wenn man im Verlauf des Jahres immer wieder am Stand stehen kann und dieses unheimlich faszinierende Zusammenspiel der Bienen vor dem Flugloch beobachten darf", schloss Stahl die Zusammenkunft.
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