Brillanter Name

Die "Ramonas" zeigten auf der Bühne immer vollen Einsatz. Von links: Gitarrist und Sänger Josef Lohr, Bassgitarrist und Sänger Franz Planek, Leiter Josef Pflaum mit dem Akkordeon und der Hammond-Orgel sowie Schlagzeuger Hans Roßmann. Foto: tu
Lokales
Pleystein
29.09.2015
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Die Tanzkapelle "Ramonas" aus der Rosenquarzstadt gehört seit ihrer Auflösung 1992 zwar schon lang der Vergangenheit an, ist aber bei vielen Musikfreunden aus der Region unvergessen. Viele bekannte Gesichter prägten die Band.

Ihr Chef war Josef Pflaum (1932 bis 2009), der fast ein halbes Jahrhundert das musikalische Leben im Landkreis Neustadt und darüber hinaus mitbestimmte. Bereits mit 14 Jahren spielte er in der Stadtkapelle "Sax". Als 18-jähriger Bursche gründete er selber eine Tanzkapelle, die unter dem Namen "Ramonas" jahrzehntelang einen vorzüglichen Ruf genoss und die der gelernte Schreiner bis zu seinem 60. Geburtstag leitete.

Tanzmusik im Parkcafe

Ein Erfolgshit der "Blue Diamonds" mit dem Titel "Ramona, zum Abschied sag ich dir goodbye" stand Pate bei der Namensgebung für die Band. Pflaum war auch Teil der Geschichte des Parkcafes in der Altstadt, das seinen Schwiegereltern Josef und Anna Haberkorn gehörte, und in welchem er von der Eröffnung 1951 bis zur Schließung im Februar 1974 mit seinem Trio in wechselnden Besetzungen an den Wochenenden für vorzügliche Tanzmusik sorgte.

Zu den Mitspielern zählten unter anderem Franz Seibert von der Prollermühle, Werner Bäumler aus Vohenstrauß und Albert Schmid aus Pleystein. 1969 kam der Gitarrist, Sänger und Jodelkönig Josef Lohr neu in die Band. Lohr, von Beruf eigentlich Schuhmacher, arbeitete wie Pflaum vierzig Jahre als Facharbeiter bei der hiesigen Knopffabrik Deglmann.

Der "Louerer Sepp", Jahrgang 1933, begeisterte als Instrumentalist und mit seiner Solostimme bereits in den sechziger Jahren im ebenfalls nicht mehr existierenden Tanzlokal Sommer in Vohenstrauß, Wittschauer Straße 1, damals als "Summerer" ein Begriff, ehe er fester Bestandteil der "Ramonas" wurde. Zusammen mit seiner Schwester Luise bildete er aber auch ein großartiges Gesangsduo. Dritter im Bunde war ab 1970 Hans Roßmann, der zuvor wie Lohr in der Kapelle von Albert Sommer in der einstigen Kreisstadt aktiv war. Der Schlagzeuger und Vollblutlandwirt, Jahrgang 1943, fungierte von 1984 bis 2008 als Bürgermeister der Nachbargemeinde Moosbach und gehört nach wie vor für die CSU dem Kreistag an.

Aus Trio wird Quartett

Nach der "Haberkorn-Ära" wurde aus dem Trio ein Quartett. Friseurmeister Franz Planek (1927 bis 2009) aus Waidhaus war jahrelang Mitglied der legendären Nachkriegskapelle "Marabu" und komplettierte ab 1976 die "Ramonas" als Bassgitarrist und weiterer Sänger.

1984 beendeten Lohr und Roßmann nach 15-jähriger Zugehörigkeit ihre musikalische Laufbahn bei den "Ramonas". An ihre Stelle traten Gitarrist und Sänger Karl Putzer (Jahrgang 1952) aus Pleystein, und als Schlagzeuger zuerst Willi Nickl (1952 bis 1994) aus Berghaus bei Waidhaus, der überall nur der "Bergbauern Willi" genannt worden ist, später dann Willi Götz (1948 bis 2007) aus Pleystein.

Die neuformierte Band schwamm weiterhin auf der Erfolgswelle und lockte mit ihrem Schlager- und Volksmusikrepertoire immer viele Zuschauer an. 1992 löste Pflaum altersbedingt die "Ramonas" schweren Herzens auf.
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