Dezentrale Lösung verträglicher

In der Bürgerversammlung im Hotel "Regina" lauschten die Zuhörer aufmerksam den Ausführungen von Bürgermeister Rainer Rewitzer. Zum Thema Asylbewerber gab es eine längere Diskussion. Bild: bey
Lokales
Pleystein
29.11.2014
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Rainer Rewitzer hatte in seiner ersten Bürgerversammlung als Bürgermeister kein leichtes Amt. Viele Fragen - vor allem zum Thema Asylbewerber - galt es zu beantworten. Mit sicherer Stimme versprach er den Zuhörern: "Ich bleibe Ihnen keine Antwort schuldig."

Rund 50 Zuhörer, fast der komplette Stadtrat und das gesamte Mitarbeiterteam der Stadt waren am Donnerstagabend im Hotel "Regina" dabei, als der Bürgermeister eine umfangreiche Erklärung zur möglichen Asylbewerberunterbringung abgab. Noch fehle die endgültige Aussage des Landratsamts Neustadt/WN zur Umnutzung der Einrichtung vom genehmigten Heim für Altenpflege zur Flüchtlingsunterkunft.

Problem bekannt

Das Problem Asylanten sei hinreichend bekannt, meinte Rainer Rewitzer einleitend. Unterkünfte für diese Menschen zu finden, sei ein europäisches Problem und somit über den Weg Bundesrepublik, Bayern, Regierungsbezirk Oberpfalz und Landkreis Neustadt/WN auch in Pleystein angekommen. Deshalb, weil die Regierung der Oberpfalz auf die leerstehende Einrichtung am Sonnenhang aufmerksam wurde.

Nach einer Kontaktaufnahme mit dem Eigentümer der Immobilie habe eine Ortsbesichtigung stattgefunden, um die bewohnbaren Bereiche des Gebäudes zu begutachten. Hier sei auch die Stadt einbezogen gewesen. Bei der abschließenden Besprechung hätten sowohl der Vertreter der Regierung der Oberpfalz als auch der Eigentümer der Immobilie das Interesse an dem geplanten Verwendungszweck bekundet.

Die baurechtliche Seite war vom Stadtrat zu würdigen, sagte das Stadtoberhaupt. Hier sei in der Stadtratssitzung erkannt worden, dass die Umnutzung derzeit mit dem Flächennutzungsplan der Stadt nicht konform sei. In der nachfolgenden Diskussion in der Stadt seien viele unterschiedliche Meinungen laut geworden, erklärte Rewitzer. Mit rund 1600 Einwohnern im Stadtkern sei aber Pleystein nicht die größte Stadtgemeinde, so dass eine Vielzahl von Asylanten mit Blick auf Schule, Kindergarten und auch Verwaltung zur Herausforderung werde. Nur mit Unterstützung könne die Stadt dies bewältigen.

Hilfe muss ankommen

Für das Stadtoberhaupt steht fest, dass die Hilfe bei den Menschen auch ankommen muss. Deshalb favorisiert Rewitzer als verträglichere Lösung die dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern. Im Landratsamt sei bekannt, dass derartige Wohnräume in Pleystein ebenso wie im gesamten Landkreis angeboten würden, derzeit aber wegen der eventuellen zentralen Unterbringungsmöglichkeit nicht in Betracht gezogen werden.

Mit diesen Erkenntnissen sprach der Bürgermeister beim Landratsamt vor. Dort zeigte Abteilungsleiter Dr. Alfred Scheidler nach Aussage des Stadtoberhauptes seine Skepsis, ob die Unterbringung der Asylanten in der geplanten Art funktionieren könne. Laut Rewitzer fördert der Freistaat Bayern wohl den Sachaufwand der Stadt, aber kein eventuell zusätzliches Personal, das zweifelsfrei bei den neuen Herausforderungen notwendig wäre. Die Regierung der Oberpfalz würde Gemeinschaftsunterkünfte ab 30 Personen bevorzugen, erklärte Rewitzer.
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