Die richtige Mischung macht's

Förster Andreas Eiser, Auditor Horst Gleißner, Josef Maier, Geschäftsführer Waldbesitzervereinigung Eslarn-Vohenstrauß, Bürgermeister Rainer Rewitzer und Geschäftsleiter Günter Gschwindler (von links) vergleichen die Realität im Wald mit den Darstellung auf der Landkarte. Bild: bey
Lokales
Pleystein
28.10.2015
3
0

Der Pleysteiner Stadtwald erfüllt die Standards des "Programms für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen". Bürgermeister Rainer Rewitzer und Geschäftsleiter Günter Gschwindler hörten das Lob eines Forstexperten mit Freude.

Unter dem Programm versteht man eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, mit der die biologische Vielfalt, die Produktivität und Verjüngungsfähigkeit sowie auf Dauer die wichtige ökologische, wirtschaftliche und soziale Funktion des Waldes erhalten wird. Horst Gleißner, Geschäftsführer und Auditor der Holz und Wald Zertifizierungsgesellschaft, erteilte der Stadt Pleystein nach zweitägigen Besichtigungen und dem Studium aller forstwirtschaftlichen Unterlagen die PEFC-Zertifizierung.

Vor der Besichtigungstour des Stadtwalds klärte Gleißner darüber auf, dass in Deutschland seit über 300 Jahren eine "nachhaltige Waldbewirtschaftung" betrieben werde. Dies sei immer so verstanden worden, dass die Menge des nachgewachsenen Holzes wieder aus dem Wald entnommen werden dürfe. Aus diesem einstigen Gedanken der Nachhaltigkeit seien über 60 Kriterien entstanden, die mittlerweile vorzuweisen sind. Als Auditor habe er die Aufgabe, die Erfüllung der Nachhaltigkeit in ihrer Gesamtheit zu bestätigen, nicht aber zu kontrollieren. Der Pleysteiner Stadtwald sei ausgewählt worden, um für die Waldbesitzervereinigung Eslarn-Vohenstrauß, bei der die Stadt Pleystein Mitglied ist, ein repräsentatives Bild ihrer Mitglieder zu erreichen. Die Stadt gehöre mit 240 Hektar zu den "großen" Waldbesitzern und liege damit ganz deutlich über dem Schnitt von 3,5 Hektar je Einzelwaldbesitzer.

Buchen gegen Borkenkäfer

Der Wald der Stadt zeichnet sich nach den Worten des Auditors vor allem durch seine großen Mischbestände mit standortgerechten Baumarten aus. Gerade die Buchen verringern den Befall und die Ausbreitung des Borkenkäfers. Deshalb sehe er die Anlage von standortgerechten Mischbeständen als Anlage der Zukunft und wichtigstes Kriterium unter den 60 zu bewertenden Kriterien an, sagte Gleißner. Und hier erfülle der Stadtwald Pleystein nahezu Vorbildcharakter. Die flächige Mischung der Buche gebe nicht nur optisch schöne Waldbilder, sondern bereichere auch die Ökologie des Waldes und optimiere für die Nadelholzwirtschaft.

Das Lob ging vor allem an Andreas Eiser, Förster der Waldbesitzervereinigung Eslarn-Vohenstrauß. Ihm ist es nach den Worten des Pleysteiner Bürgermeisters gelungen, dem Stadtwald wieder ein begeisterndes Aussehen zu geben. Dazu hat nach Aussage von Geschäftsleiter Gschwindler auch der Waldtausch mit dem Staatsforst beigetragen, der der Stadt große zusammenhängende Waldflächen beschert habe.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.