Dr. Peter Trstan referiert bei Feuerwehr über Vergiftung mit Kohlenmonoxid
Sofort an die frische Luft

Lokales
Pleystein
04.12.2015
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Seit über 30 Jahren hält Dr. Peter Trstan Vorträge zu den verschiedensten Themen bei der Atemschutzgruppe der Feuerwehr Pleystein. Am Mittwoch referierte der Zahnmediziner über das Gas Kohlenmonoxid (CO). "CO kommt unter anderem in Auspuffgasen von Verbrennungsmotoren, im Tabakrauch, bei Großbränden in Häusern sowie Bergwerken, im Kohlendunst defekter Heizungsöfen und im Explosionsgas vor", erklärte der Experte den über 30 Aktiven im Unterrichtsraum des Gerätehauses.

Gefährdet seien Angehörige von Berufen wie Chemiearbeiter, Glasbläser, Heizer, Hochofenarbeiter und Bergleute. "Kohlenmonoxid hat keine unmittelbaren spezifisch toxischen Wirkungen auf Zellen und Gewebe des Menschen. Es wirkt vielmehr indirekt, indem es durch seine Bindung an das Hämoglobin die Sauerstofftransportkapazität des Blutes vermindert." Es werde inhalativ aufgenommen, durch die Alveolarmembranen resorbiert und unverändert zu 98,5 Prozent mit der Luft wieder ausgeschieden.

Ausmaß der Schädigungen

Es handle sich um ein Blutgift. Das Ausmaß der Schädigungen werde bestimmt von der unterschiedlichen Verletzbarkeit der Gewebe durch Sauerstoffmangel, vom Lebensalter des Patienten und nicht zuletzt von etwa bestehenden Vorschädigungen wie Herz- sowie Gefäßkrankheiten oder Anämien.

Man kenne Kohlenmonoxidvergiftungen verschiedener Schweregrade. Bei der leichteren Vergiftung beobachte man Kopfschmerzen, Beklemmung, Konzentrationsschwächen, Wirkungsverstärkung von Alkohol, Schwindel, Ohrensausen, Übelkeit und Brechreiz. Bei schwerer Intoxikation kämen Müdigkeit, Muskelschwäche, Koordinationsstörungen, Verwirrtheit, Blutdruckanstieg, Atemstörungen, Krämpfe, Sehstörungen und kirschrote Hautfarbe dazu. Bei sehr schwerer Vergiftung mit CO trete Bewusstlosigkeit, Kreislaufinsuffizienz, Koma, Nierenversagen und Herzversagen mit Lungenödem auf.

Zur Therapie sagte Dr. Trstan, dass der Patient sofort an die frische Luft gebracht werden müsse. Bei der Bergung müsse die Explosionsgefahr und der Selbstschutz mit Maske mit CO-Filter berücksichtigt werden. Der Nachweis von CO werde in der Ausatmungs- oder Raumluft mit Prüfröhrchen und durch Blutuntersuchungen vorgenommen.
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