Ein echter Segen

Männergesangverein und den Kirchenchor begleiteten den Jahresendgottesdienst in St. Sigismund im festlich geschmückten Altarraum. Bild: tu
Lokales
Pleystein
02.01.2015
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"Viele haben eine Scheu, das Wort vom Segen in den Mund zu nehmen. Sie möchten ja nicht als Frömmler gelten, aber eigentlich tut es Ihnen doch gut, wenn ihnen der Segen zugesprochen wird." Davon ist Pater Hans Ring überzeugt.

"Uns ist es wichtig, Verwandten, Freunden sowie Bekannten an Silvester und an Neujahr ein gutes neues Jahr oder auch gesegnetes neues Jahr zu wünschen. Die meisten Menschen haben, ohne sich dessen recht bewusst zu sein, ein sehr ursprüngliches Verhältnis zum Segen", sagte der Stadtpfarrer in der wunderschön geschmückten Kirche St. Sigismund im Jahresendgottesdienst.

Kaplan Stefan Weig, ein gebürtiger Pleysteiner, der in der Pfarrei Krim in Wien arbeitet, fungierte als Konzelebrant in der sehr gut besuchten Eucharistiefeier. Die 30 Sänger des Männergesangvereins, die vor dem Hauptaltar Aufstellung genommen hatten, begeisterten unter der Stabführung von Alexander Völkl die rund 450 Gläubigen im neugotischen Gotteshaus mit einem aus elf Werken bestehenden Programm.

"Etwas sehr Intimes"

Pater Ring predigte, dass viele Mütter ihre Kinder gesegnet hätten, so bei kleinen Unfällen, wenn sie in die Schule gingen, wenn sie das Haus verließen. "Aber irgendwann kam der Tag, wo den Jugendlichen der Segen peinlich wurde. Vor allem, wenn noch andere dabei waren. Heute weiß ich, dass in dieser Scheu in Wirklichkeit das Gespür dafür erwachte, dass der Segen etwas sehr Intimes ist."

Das Verlangen nach Segen sei durchaus da, aber es gehöre die nötige Ehrfurcht dazu, unterstrich Ring. "Wenn ich schwerkranke Menschen frage, ob ich sie segnen darf, hat noch keiner Nein gesagt." Der Segen aber sei kein Zauberspruch, der die Kinder vor jedem Unglück oder eine Ehe vor Krisen bewahre, der Schutz vor Krankheit und Unfall garantiere.

Er sei ein Wort der Verheißung, dass Gott mit uns sei, in guten und schwierigen Tagen. Was das konkret heiße, erfahre jeder auf andere Weise. "Was der Segen ist, kommt sehr gut zum Ausdruck in dem Segensspruch, der seit biblischen Zeiten Juden und Christen zugesprochen wird: "Der Herr lasse sein Angesicht auf dich leuchten und sei dir gnädig." Vom Gesicht Gottes geht dieser Segen aus, fuhr der Oblate fort.

Zehn Kirchenaustritte

Wer sich gesegnet wisse, der brauche nicht mehr viele Worte, der spüre, was Segen sei. Er habe Ansehen bei dem, der ihn liebe. Das schenke Frieden. Wichtig sei, dass wir uns immer wieder neu bewusst würden, dass Gottes Angesicht auf uns ruhe. "Der Segen ist nicht umsonst als Wunsch formuliert, nicht weil es einen berechtigten Zweifel an der Treue Gottes gibt, sondern weil genau dieses Bewusstsein dafür wichtig ist", meinte der Pater. "Wenn Sie mit dem Segen Gottes nach Hause gehen, dann traue ich Ihnen auch zu, selbst für andere zum Segen zu werden,"

Ring sowie Lektor Ludwig Putzer erinnerten für 2014 an 10 Taufen, 13 Erstkommunikanten, 42 Firmlinge, 13 Brautpaare, 24 Verstorbene sowie 10 Kirchenaustritte. Nach der Kommunion brillierten Männerchor und Kirchenchor gemeinsam mit dem Lied "Jerusalem" von Stephen Adams und Fritz Ihlau, wobei Holger Scheufler mit seinem makellosen Bariton-Solo glänzte.

Rings Dank galt ferner allen Frauen und Männern, Kindern und Jugendlichen, die durch ihre Dienste das Leben in der Pfarrgemeinde das ganze Jahr über bereichern.
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