Ein Juwel der Oberpfalz

Die abendliche Exkursion am Fuße des Kreuzbergs leitete Geoparkrangerin Bettina Rüstow (links). Bild: tu
Lokales
Pleystein
03.07.2015
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Der Kreuzberg steht seit 2004 auf der Liste der schönsten bayerischen Geotope. Erstmals war dort zu abendlicher Stunde eine geführte Themenwanderung des Bayerisch-Böhmischen Geoparks. Geopark-Rangerin Bettina Rüstow hatte den Abend überschrieben: "Der Rosenquarzfelsen von Pleystein - ein besonderes Juwel in der Oberpfalz".

Rüstow erklärte beim Start der Aktion an der Infotafel am Stadtweiher: "Der Rosenquarzfelsen hat schon immer Aufsehen erregt und deshalb auch dem Ort den Namen gegeben. Vom Plateau aus hat man eine herrliche Aussicht auf die Sehenswürdigkeiten in der hügeligen Landschaft. Der Berg sei der harte Quarzkern eines sehr großen Pegmatitkörpers, der am Ende des Erdaltertums aus einer Gesteinsschmelze erstarrte und der durch die Abtragung zerstört wurde. Berühmt sei der Felsen vor allem wegen seiner schönen und seltenen Mineralien geworden.

Beim Quarz dieses Berges handle es sich um einen hellen, von einer deutlichen Klüftung durchzogenen Rosenquarz. Stellenweise trete er als rosafarbener Rosenquarz auf, dem eine positive Ausstrahlung nachgesagt werde. Der Pleysteiner Quarz werde von einem aplitischen Granit unterlagert, der an der Ostseite durch einen alten Stollen von 20 Metern Länge in ostwestlicher Richtung aufgeschlossen sei. Der Sage nach solle es sich hierbei um einen Geheimgang nach Leuchtenberg handeln.

Von 1851 bis 1920 habe man den Quarz abgebaut und als Rohstoff zur Porzellan- und Glasherstellung verkauft. So sei auch die heute viel bewunderte und fast senkrechte Ostseite des Berges entstanden. Beim Abbau, der 1920 verboten worden sei, sei man auf Drusen (kugelige Hohlräume) im Quarz, die mit farbigen Kristallen ausgefüllt waren, getroffen. Zuerst seien diese Kristalle nicht beachtet worden. Dann habe um 1910 der spätere Ehrenbeirat für Heimatforschung und Heimatpflege, Ferdinand Lehner, Gefallen daran gefunden und diese so merkwürdigen Steine in seinem Haus gesammelt. "Damit war der Anfang für die bekannte 'Lehner'sche Mineraliensammlung', die im Stadtmuseum ausgestellt ist, gemacht." Am 6. März 1960 habe sich gegen 22 Uhr als Folge von Spaltenfrost aus etwa zehn Metern Höhe von der Nordostwand des Kreuzberges ein etwa 100 Tonnen schwerer Quarzblock gelöst. Rüstow erläuterte des Weiteren die Fauna und die Flora, die auf dem Kreuzberg beheimatet sind.

Der zweite Teil der rund zweistündigen Exkursion war der Ortsgeschichte und dem Heiligtum auf dem ehemaligen Schlossberg gewidmet. Zum Schluss der Aktion wurde noch Station im Stadtmuseum gemacht.
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