Erinnerung an einen Pionier

Auch bei der Vorbereitung und Durchführung der 650-Jahr-Feier der Stadt 1981 wirkte Andreas Pflaum engagiert unter anderem im Festzug-Ausschuss mit. Eine alte Aufnahme zeigt ihn (Zweiter von rechts) mit Theo Lukas senior, Helmut Fraunhofer, Gerhard Schick, Günter Seeger, Festzugleiter Adolf Zeller, Michael Gilch, Johann Walbrunn, Andreas Rewitzer und Wilhelm Hartung senior sowie Elmar Stark (von links). Bild: tu
Lokales
Pleystein
10.10.2014
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Andreas Pflaum schrieb die Geschichte der Stadt mit. Viele Bürger, vor allem auch Heimatvertriebene, erinnern sich an den Verwaltungschef, der in den Nachkriegsjahren den Aufbau der Gemeinde aktiv vorantrieb. Heuer wäre er 90 Jahre alt geworden.

Um seine eigene Person hat Andreas Pflaum nie ein Aufhebens gemacht. Dabei setzte er sich über Jahrzehnte vorbildlich im öffentlichen Leben ein, sei es als Verwaltungsfachmann, als ehrenamtlicher Chronist und in anderen Funktionen.

Große Verdienste erwarb sich Amtmann Pflaum, geboren am 30. September 1924, gestorben am 9. März 1996, nicht nur um die Gemeinde Pleystein, sondern auf den verschiedensten Gebieten. Der ehemalige Geschäftsleiter der Verwaltung ist seinen vielfältigen Aufgaben weit über die Pflicht hinaus nachgekommen. Die Abrechnung von geleisteten Überstunden kamen für ihn nie in Frage.

In seinem langen Berufsleben im Rathaus von 1938 bis 1988 durchlief er alle Bereiche des Verwaltungsdiensts. Aufgrund seiner Zielstrebigkeit, seines enormen Fleißes, seiner Hingabe und seines fachlichen Könnens schaffte er auch den Aufstieg in den gehobenen Dienst. Stets setzte er sich für seine Mitmenschen ein, und es war ihm ein Anliegen, auch Anlaufstelle zu sein für die Sorgen und Nöte der Heimatvertriebenen nach Kriegsende 1945.

Mit Fingerspitzengefühl und Beharrrlichkeit bewältigte er die Neuorganisation des Gemeinwesens in den Nachkriegsjahren und stellte sich auch erfolgreich den schwierigen Aufgaben der Gebietsreform. Er begleitete sechs Bürgermeister (Josef Pflaum, Max Piehler, Josef Meier, Paul Brucksch, Adolf Herold und Albert Kick) aus den beiden Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Pleystein-Georgenberg im politischen Geschäft und wirkte als ausgleichender Pol. Pflaum blieb in jungen Jahren von der bitteren Zeit des Kriegs und der Gefangenschaft nicht verschont. Erst 1948 kehrte er in die Heimat zurück.

Voll engagiert

Der "Pflaum-Andres" engagierte sich neben seinem Beruf vor allem im kulturellen Bereich und in der Vereinswelt, so bei den Kreuzbergfestspielen Ende der 40iger Jahre sowie in den 50iger Jahren als Schriftführer des Heimat- und Verschönerungsvereins und des Heimkehrerortsverbands. Einen ausgezeichneten Ruf genoss er zudem als Hobbyfotograf. Viele dieser Bilder des mit einem reichen Wissen ausgestatteten Heimatfreundes dokumentieren in mehreren akribisch angelegten Alben für die Nachwelt die Entwicklung seiner Geburtsstadt über mehrere Jahrzehnte hinweg in beeindruckender Weise. Seine Ehefrau Hermine hat diese wertvollen Nachschlagewerke 2005 der Gemeinde vermacht. Andreas Pflaum und sein beispielgebendes Wirken werden unvergessen bleiben.
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