"Es ist vollbracht"

Kirchenchor und Orchester der Pfarrei St. Sigismund gaben im Altarraum der Stadtpfarrkirche bei der Aufführung der "Grabmusik" ihr Bestes. Bild: bey
Lokales
Pleystein
07.04.2015
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Seit 200 Jahren wird in der Pfarrei Pleystein die "Grabmusik" aufgeführt. Bis heute ist nicht bekannt, welcher Komponist dieses Oratorium verfasst hat.

Es beginnt mit "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!", dem ersten der sieben letzten Worte Jesu Christi am Kreuze. Dieses Oratorium stellt einen bemerkenswerten klanglichen Gegensatz dar zum melodiös jubilierenden Bekenntnis der österlichen Gesänge. Die Präsentation dieser Leidenskantate wurde auch heuer wieder durch die sehr gute Interpretation des Kirchenchores und des Orchesters unter der Gesamtleitung von Dirigent Alexander Völkl für die rund 420 Besucher aus der Region in der Pfarrkirche St. Sigismund zu einem kirchenmusikalischen Erlebnis.

Das zweite Wort lautet "Fürwahr, ich sag' es dir. Heute wirst du bei mir im Paradiese sein!", das dritte "Weib! Hier siehe deinen Sohn, und du siehe deine Mutter!", das vierte "Mein Gott, mein Gott! Warum hast du mich verlassen?". Alexander Völkl leitete Chor und Orchester im Altarraum gewohnt sicher. Die Tragik der Ereignisse auf dem Kalvarienberg kommen nicht zuletzt durch die ausdrucksvolle Dynamik zur Geltung. So wurden die inhaltsschweren und in Noten gefassten Worte, die Jesus in seiner Todesstunde kund tat, nachhaltig vermittelt, so auch das fünfte Wort "Menschen, Menschen, lasset Mitleid euch erweichen!", das sechste "Es ist vollbracht" und das siebte "Vater, in deine Hände empfiehl ich meinen Geist!".

Das Orchester setzte sich aus Willibald Wirth und Reinhold Maß (erste Violine), Karl Brenner und Marisa Carrasco (zweite Violine), Dr. Hans Kirschsieper (Bratsche), Michael Götz (Kontrabass), Andreas Wach und Anja Schön (Klarinette) sowie Margit Führnrohr und Markus Schulz (Waldhorn) zusammen. Sind es für den Dirigenten Alexander Völkl, für die 24 Chormitglieder und für die zehn Instrumentalisten die Besonderheit der vermutlich aus Böhmen stammenden ursprünglich handgeschriebenen Notenblätter, die sie mit Begeisterung an die vierstimmige Komposition herangehen lassen, so ist es für die Zuhörer aus dem Landkreis Neustadt/WN und aus der Stadt Weiden in jedem Jahr die unvergleichliche Darbietung dieser vertonten Passionsgeschichte, die seit dem 18. Jahrhundert an jedem Karfreitag große Anziehungskraft auf die Bevölkerung ausübt.

Am Ostersonntag führten Chor und Orchester im Hochamt in der mit rund 300 Gläubigen gefüllten Pfarrkirche die "Missa brevis in G" von Wolfgang Amadeus Mozart unter dem Dirigat von Holger Scheufler und mit Alexander Völkl an der Orgel auf und entzündeten mit der Darbietung dieses anspruchsvollen Werkes ein weiteres Glanzlicht sakraler Musik.
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