Experten präsentieren Untersuchung im Stadtrat
Untypischer Stromverbrauch

Mit großen Landkarten auf dem runden Tisch erklärte Diplom-Ingenieur Josef Pauli (Mitte) den Stadträten das Energiekonzept für Pleystein. Bild: fjo
Lokales
Pleystein
01.10.2014
8
0

Experten von der Technischen Hochschule Deggendorf nahmen die Kommune in den vergangenen Monaten unter die Lupe. Der Leiter des Technologie Campus Freyung, Josef Pauli, präsentierte die Ergebnisse in der Stadtratssitzung.

In seinem einstündigen Vortrag sah der Energieberater eine Vorabinformation, da es am Mittwoch, 15. Oktober, ab 19.30 Uhr im TSV-Sportheim eine öffentliche Veranstaltung für alle Bürger gebe. "Bei der Biomasse ist Pleystein bereits sehr gut." Pauli sagte aber auch: "Wenn die EEG-Vergütung wegfällt, werden die Biogasanlagen abschalten."

Energie sparen

In seine Betrachtungen flossen Übersichten zum Energieverbrauch durch Wärme, Strom und vor allem Verkehr ein, der mit einem Anteil von fast zwei Drittel stark überwiege. Innerhalb der Stadtgrenzen betrage der jährliche Verbrauchswert bei den fossilen Brennstoffen 2,4 Millionen Euro. Durch Einsparen dank Effizienzmaßnahmen und Sanierungen könne hier gehöriges Potenzial erschlossen werden.

Überrascht war der Diplom-Ingenieur von der Verteilung des Stromverbrauchs: Auf die Industrie entfalle fast die Hälfte - auf die Haushalte nur ein Viertel. "Das ist völlig untypisch für ländliche Regionen", meinte der Experte.

Zu möglichen Standorten für die Nutzung von Windenergie beurteilte Pauli das von der Stadt ausgewiesene Vorbehaltsgebiet als "nicht so geeignet" und kommentierte zusammenfassend: "Wenn irgendjemand dagegen ist, wird das Potenzial ziemlich wenig." Anhand von Landkarten vertiefte er seine Aussagen und prophezeite: "Pleystein ist für mich eine Energieexportgemeinde der Zukunft. Die Möglichkeiten, die Sie haben, sind nicht so häufig."

Zur Verwirklichung forderte er bis zum Jahr 2019 einen jährlichen Haushaltsansatz von 10 000 Euro. Abschließend stellte Pauli als Einzelprojekt eine Biogaspipeline vom Weiler Bartlmühle in den Ortskern zur Belieferung eines Satelliten-Blockheizkraftwerks vor. Im weiten Rund um den Kreuzberg könne so ein Nahwärmenetz aufgebaut werden.

Nach 2011 war das Gremium erneut zu einer Stellungnahme zum Verlauf der künftigen Gemeindegrenzen zwischen Moosbach und Pleystein aufgefordert. Die Gebietsänderungen gründeten noch im Bau der Autobahnausfahrt bei Lohma; konkret in der Zufahrt zur Hammermühle. Bürgermeister Rainer Rewitzer informierte in seinen Mitteilungen von der Bitte des "Geoparks Bayern-Böhmen" auf zwei Infotafeln mit Kosten von je 700 Euro. Zur Sanierung des "Kaltlohwegs" verwies Geschäftsführer Günter Gschwindler auf das Besitzverhältnis, welches bei 90 zu 10 Prozent liege.

"Vohenstraußer fahren ihr Grüngut gerne nach Lohma, wegen der Öffnungszeiten", erklärte er zur Anfrage von Dr. Hans Kirschsieper. "In Pleystein sei es das Gleiche. Da ist sehr viel Grüngut-Tourismus dabei. Deshalb wird es immer mehr", ergänzte Herbert Stahl.

Besichtigung der Baustelle

Der von Kirchenpfleger Hans Helgert vorgelegte Bauzeitenplan zeige, dass die Kindertagesstätte bis Ende November bezugsfertig sei. Bürgermeister Rewitzer will kurzfristig eine Baustellenbesichtigung für den Stadtrat ermöglichen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9310)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.