Feuerwehr Lohma bittet Kollegen aus Pleystein um Übernahme der Fest-Patenschaft
Auf Birke zu Bier und Brotzeit

Lokales
Pleystein
27.04.2015
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Einem alten Brauch folgend bat am Samstagabend die Wehr aus Lohma die Feuerwehr Pleystein zur Übernahme der Patenschaft anlässlich ihrer Feier zum 125-jährigen Gründungsfest. Um die Übernahme der Patenschaft "schmackhaft" zu machen, hatten die Lohminger ein ordentliches Fass Bier samt Brotzeit mitgebracht. Das feierliche Patenbitten vor dem Pleysteiner Rathaus war aber nicht nur ein großes Ereignis für die Wehren der Großgemeinde, sondern auch für die Bevölkerung.

Bequeme Kirchenbank

Nach der Vorabendmesse zogen die Rettungskräfte angeführt von der Stadtkapelle Pleystein zum Platz vor dem Rathaus. Dort bat Max Zehent, Vorsitzender der Feuerwehr Pleystein, nach den Begrüßungsworten die Lohminger Festleiter Anton Portner und Manfred Biller sowie Festbraut Veronika Portner an dem vorgesehenen Ort ihren Platz einzunehmen. Das war gelinde gesagt übertrieben. Denn es handelte sich um eine Art Kirchenbank, die aus Birkenholz gefertigt war. Diese bot die Möglichkeit sich einigermaßen unbeschwert hinzuknien, um dann das Anliegen vorzubringen.

Das alles geschah unter großer Freude der Wehren und der Besucher. Dann trug die dreiköpfige Abordnung ihr Ansinnen kniend in Gedichtform vor. "Es brennt ein Brand, da kommen alle angerannt, alles schreit herbei, herbei, habt einen Eimer mit dabei." Und mit Hilfe der Eimerkette, so trug Portner weiter im Reim vor, ließ sich "Scheune und Haus" retten. Als Ergebnis dieses Zusammenwirkens sei dann die Wehr gegründet worden.

All das geschah vor 125 Jahren. "Dass die Lohminger ihre Wehr haben, hat die Pleystoiner doch sehr erstaunt", setzte Biller fort. Jetzt sei das Gründungsfest, "kommt bitte alle als unsere Gäste". "Ihr Pleysteiner sollt dann Pate sein, lasst euch nun auf unsre Bitte ein." Schneid hätten sie sich genommen, die Lohminger Feuerwehrler und seien heraufgekommen nach Pleystein, um ihren großen Schmerz anzubringen, sagte die Festbraut. Und dieser Schmerz liege "gar arg am Herz". Mit diesen Worten bat Portner um Übernahme der Patenschaft und bot dafür ein großes Fass Bier, eine Brotzeit samt Musik an.

Ehrenschirmherren dabei

Daraufhin war der Verwaltungsrat der Pleysteiner gefragt, und hatte über den Antrag aus Lohma zu entscheiden. Dann verkündete Zehent den Beschluss, dass das Knien ein Ende hat, die Pleysteiner Wehr die Patenschaft übernimmt. Spontan stießen die Rettungskräfte auf die Übernahme an. Mit dabei auch die Ehrenschirmherren Bürgermeister Rainer Rewitzer und Stadtpfarrer Pater Hans Ring. Die Stadtkapelle Pleystein begleitete das unterhaltsame Patenbitten. Anschließend ging es im Marsch zum Feuerwehrgerätehaus, um die Übernahme der Patenschaft noch kräftig zu feiern.
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