Fotografischer Leckerbissen

Referent Otto Walbrunn (Zweiter von links) zeigte sich in seinem Vortrag als versierter Kenner Tschechiens. Arbeitskreismitglied Annemarie Woppmann (links) begrüßte die Gäste. Bild: tu
Lokales
Pleystein
28.10.2015
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Rund 100 Besucher erlebten den Abschluss der Museumssaison. Dabei stand der Bildervortrag von Otto Walbrunn aus Schwandorf mit dem Titel "Mein Böhmen - Entwicklung einer Zuneigung" im Mittelpunkt.

Der pensionierte Oberstudiendirektor und gebürtige Pleysteiner, der wegen seiner exzellenten Fotopräsentationen und Referate einen sehr guten Ruf genießt, ist auch ein Kenner Tschechiens. Denn in das Land haben ihn schon viele Studienreisen geführt.

Prächtige Aufnahmen

Mit seinem bebilderten Beitrag war am Sonntagnachmittag das Museumsjahr 2015 mit farbenprächtigen Aufnahmen vom Böhmerwald bis zum Riesengebirge, vom Egerland bis Südmähren und vielen anderen Städten ausgeklungen. Dabei ließ Walbrunn in seinen Vortrag auch historische Fakten und die böhmische Kunst einfließen.

Er startete seine Leinwandtour mit den böhmischen Wallfahrern, die noch Mitte des vorigen Jahrhunderts regelmäßig nach Pleystein zu den Kreuzbergfesten gepilgert waren, und kam auch auf die diversen grenzüberschreitenden Schulpatenschaften zu sprechen. Der Experte stellte das böhmische Bäderdreieck vor, das böhmische Mittelgebirge und weckte Erinnerungen an Dux, Leitmeritz, Saaz, Königgrätz und Braunau. Darüber hinaus ließ er Prag in vielfältigen Facetten als Juwel aufleuchten und bezog dabei Kaiser Karl IV., dessen 700. Geburtstag im kommenden Jahr gefeiert wird, in seinen bunten Bilderreigen ein. Das Publikum dankte dem Autor für diesen fotografischen Leckerbissen mit großem Beifall.

Die Gäste hatten darüber hinaus letztmals Gelegenheit, die Sonderausstellung "Blick nach Böhmen" zu besichtigen. Sieben Mitglieder des Fotoclubs präsentierten auf rund 80 Farbbildern Landschaft, Städte, Dörfer und Lebensentfaltung vor allem des west- und zentralböhmischen Raums. Sie machten die vielgerühmte Schönheit unseres Nachbarlands wieder fassbar. Weiterer Anziehungspunkt waren sieben Schaufensterpuppen, die mit Originalgewändern aus edlen Stoffen von Heimatvertriebenen aus dem Egerland ausstaffiert worden sind.

Nostalgische Kleider

Der ehemalige Bürgermeister Johann Walbrunn hatte diese schönen nostalgischen Kleider vor zehn Jahren bei der Wohnungsauflösung der Familie Ubl in der Miesbrunner Straße, in die die Stadt involviert war, in einem alten Schrank gefunden und sie zur Aufbewahrung nach Hause genommen. Ältere Pleysteiner erinnern sich noch an die beiden längst verstorbenen Ubl-Frauen, die diese Kleider nicht ohne Stolz in der Nachkriegszeit bei festlichen Anlässen in getragen hatten. Vor Kurzem hatte Johann Walbrunn die aus dem Raum Haid (Bor) stammenden Trachten im restaurierten Zustand dem Museumsarbeitskreis übergeben. Dessen Mitglieder waren von dieser Stiftung sehr begeistert.

Im letzten Teil zog Arbeitskreisleiterin Christa Walbrunn eine äußert positive Bilanz über das Museumsjahr und dankte allen, die zum Erfolg beigetragen haben. Bürgermeister Rainer Rewitzer war voll des Lobes über "das tolle Jahresprogramm". Sprecherin Annemarie Woppmann schloss die Veranstaltung mit dem Aufruf "Auf ein Neues" und hatte damit bereits die im April beginnende Museumssaison 2016 im Visier.
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