Führung bei Nacht

Lokales
Pleystein
24.09.2014
0
0

Mit einer romantischen Kreuzbergführung bei Nacht erinnerte der Museumsarbeitskreis an einen geschichtlichen Meilenstein der Stadt. Die Veranstaltung fand großen Zuspruch.

Vor 200 Jahren, am 13. September 1814, feierten die Gläubigen die Einweihung der erste Kirche auf dem Kreuzberg. Die Übertragung des wundertätigen Kreuzes von der Stadtpfarrkirche in die neue Wallfahrtsstätte auf dem ehemaligen Schlossberg lockte etliche Christen einige Tage später, am 18. September 1814, nach Pleystein.

An jener denkwürdigen Feier beteiligten sich mehr als 10 000 Menschen. Grete Reger, Leiterin des Museumsarbeitskreises, konnte zu diesem kulturellen Ereignis am Wochenende auf dem Klostervorplatz rund 70 Personen begrüßen. Die musikalische Einstimmung erfolgte mit Titeln von der CD des Kirchenchors.

Geschichte der Wallfahrt

Vom Freialtar aus ging Stadtheimatpfleger Bernd Piehler im Detail auf die Geschichte und Entstehung dieser Wallfahrt ein, erläuterte auch die Errichtung der ersten und der zweiten Kirche sowie des Klosters und sprach zudem den verheerenden Großbrand am 10. Juli 1901, der halb Pleystein vernichtete, an.

Näher befasste er sich mit dem Geißelheiland, der in einer Grotte unterhalb des Gotteshauses steht und der noch aus der ersten Kreuzbergkirche stammt. Bei diesen stummen Zeugen der Geschichte durfte auch der 30 Meter davon entfernte, uralte Opferstock nicht fehlen, der bereits 1776 auf dem Hohenberg seine Dienste tat und der 1839 auf den Kreuzberg transportiert wurde.

Piehler informierte die Zuhörer außerdem über die historischen Kreuzwegstationen, die aus dem Jahre 1880 stammen, und wies auf die Bronzetafel hin, die an der Kirchenmauer befestigt ist und die die Initiatoren des Kirchenbaus von 1814 Kooperator Schiller und Hammermeister Johann Adam Wittmann vom Finkenhammer namentlich nennt.

Stiftung einer Prinzessin

Beim Einzug in das neubarocke Gotteshaus, das bis auf das beleuchtete Altarbild verdunkelt war, nahm Piehler Bezug auf das neugestaltete Kreuz, eine Stiftung der Prinzessin de la Pac und ihres Gemahls Ludwig Ferdinand aus dem Jahr 1901. Dieses Kruzifix, Nachfolger des bei der Feuersbrunst vernichteten wundertätigen Kreuzes, hatte am 24. Juli 1902 im Dom zu Regensburg eine besondere Weihe erhalten.

Im zweiten Teil der Führung stellte Pater Reinhold Schmitt vom Salesianum das Kirchenschiff in den Mittelpunkt. Erst 1931 übernahm Kunstmaler Lauterbacher aus Regensburg die künstlerische Ausgestaltung. "Das Deckengemälde stellt das Jüngste Gericht dar, und nicht fehlen dürfen Szenen aus der Kreuzauffindung und der Kreuzerhöhung", meinte Pater Schmitt. Für zehn Kartuschen seien Themen aus dem Alten Testament gewählt worden.
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2014 (8406)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.