Gestalten und weiterentwickeln

Der Ortskern Pleysteins ist ein wichtiges Thema beim Entwicklungskonzept. Bild: tu
Lokales
Pleystein
26.06.2015
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Die Stadt beabsichtigt seit Jahren, ins Städtebauförderprogramm einzusteigen. Eine Verwirklichung dieses ehrgeizigen Vorhabens ist bislang immer wieder an diversen Hürden gescheitert, sei es finanzieller oder bürokratischer Art.

Bürgermeister Rainer Rewitzer, der Stadtrat und die Verwaltung wollen sich von all den Schwierigkeiten, die sich auf diesem Sektor auftürmen, aber nicht abschrecken lassen und diese umfassende Maßnahme behutsam angehen. Die Voraussetzungen sind bereits in der Amtszeit des ehemaligen Bürgermeisters Willi Reil geschaffen worden.

Untersuchung vor 18 Jahren

So gab es im Sommer 1997 eine sogenannte Grobuntersuchung zur Stadtsanierung durch das Büro "SEP Stadt-Enwicklung-Planung". Das Untersuchungsgebiet umfasste den Ortskern bis zu den ehemaligen Stadtgräben. Es wurden Unterlagen für die Aufnahme in das Städtebauförderprogramm geliefert. Dabei sollte ein Überblick über die wesentlichen Probleme im Stadtkern, über die sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse und Zusammenhänge gewonnen werden. Die Resultate wurden im Stadtrat vorgestellt. Anschließend erhielten die betroffenen Bürger und Gewerbetreibenden in einer Versammlung im Hotel "Regina" Informationen und hatten die Möglichkeit zur Diskussion, für Anregungen und Wünsche.

Zu einer Umsetzung kam es aber aus Haushaltsgründen nicht. Das Landratsamt Neustadt/WN vertrat den Standpunkt, dass vordringlichere Aufgaben wie Wasser- und Abwasserprojekte in der Großgemeinde zur Verwirklichung anstünden und man deshalb die Angelegenheit einstweilen ruhen lassen sollte. Nachdem jene umfangreichen Infrastrukturmaßnahmen so gut wie erledigt sind, steht ein neuer Anlauf im Raum. Das SEP-Architekturbüro verweist in seinem Protokoll von 1997 auf die ausgeprägte stadttopographische Situation Pleysteins. Diese Polarität zwischen der ursprünglichen Altstadt und der Stadterweiterung (Neustadt) wird durch die beiden markanten Sehenswürdigkeiten, der Kreuzbergkirche auf dem Rosenquarzfelsen und der Stadtpfarrkirche auf dem Marktplatz, unterstrichen.

Trotz mehrerer Großbrände hat sich ein bemerkenswerter Baubestand erhalten. Der Marktplatz ist einheitlich mit zweigeschossigen Gebäuden eingefasst. Dieser Bereich ist als Ensemble festgesetzt. Der Stadtkern bildet den Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit mit einer Mischung aus Handel, Dienstleistung und Gastronomie. In den übrigen Straßen ist die Wohnnutzung dominant. Festgehalten wird in der Expertise weiter, dass der Tourismus ein starker Wirtschaftsfaktor ist.

Schlechte Bausubstanz

Probleme ergeben sich durch Anforderungen an die Stadtstruktur durch die wirtschaftliche Expansion. Andererseits besteht ein erhebliches Flächenpotenzial in den Nebengebäuden, für die adäquate Nutzungen zu finden sind. In den vergangenen Jahrzehnten sind durch verschiedene bauliche Änderungen wie Anbauten, Umbauten, Aufstockungen oder Straßendurchbrüche unbefriedigende Raumsituationen entstanden.

Die schlechte Baustubstanz, meist verbunden mit Leerständen und unzureichenden Nutzungen, aber vor allem im Zusammenhang mit Baudenkmalen und Ortsbild prägenden Gebäuden, ist problematisch. Ziele der Sanierung sind laut dem Gutachten die Verkehrsentlastung des Stadtkerns, weitere verkehrslenkende Maßnahmen, die Sicherung der wertvollen Baustruktur durch die Erhaltung der Bausubstanz und eine geordnete Neubebauung.

Zur Verbesserung des gestalterischen Niveaus und der Aufenthaltsqualität sollen Plätze und Freibereiche umgestaltet werden. Die Bedeutung des Rosenquarzfelsens sei durch eine art- und standortgerechte Bepflanzung zu unterstreichen. Der Bereich Ökologie sollte dabei nicht unbeachtet bleiben. Bis allerdings endgültig Nägel mit Köpfen gemacht werden, wird noch viel Wasser den Zottbach hinunterlaufen, so die Meinung von Verantwortlichen.
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