Immer ein herzliches Verhältnis

Am 11. Mai 1965 verließen die letzten Augustiner das Kloster auf dem Kreuzberg. Von links: Bruder Gerlach Lichtinger, Pater Amadeus Rumpel, Bruder Leander und ein weiterer Bruder aus einem anderen Kloster. Repro: tu
Lokales
Pleystein
02.06.2015
1
0

Vor 50 Jahren gab der Augustiner-Orden seine Pleysteiner Niederlassung auf. Mit dem Abzug des Konvents endete ein bedeutendes Kapitel in der jahrhundertealten Geschichte der Pfarrei St. Sigismund.

Mit der Übergabe des im Eigentum der Gemeinde befindlichen Klosters auf dem Kreuzberg am 29. August 1903 begann das Wirken dieser Kongregation in der Stadt. Die ersten Augustiner waren Pater Prior Marianus Eder, Pater Novellus Augustinus Bock, Frater Ambrosius Ditter und Frater Saturian Rachor.

Die Lebensgrundlage der Niederlassung bildeten die Erträge der Frühmess-Stiftung. Hinzu kamen im Laufe der Jahre viele Jahrtagsstiftungen und Messintentionen. Trotz dieser Einkünfte wäre der Unterhalt der Gemeinschaft nicht gesichert gewesen, wenn nicht die Bevölkerung durch großzügige Sachspenden geholfen hätte, vor allem während der Kriege und in Zeiten der Geldentwertungen.

Mangel an Nachwuchs

Zwischen Kloster und den Gläubigen aus der Region herrschte immer ein herzliches Verhältnis. Die vielen Ordensberufe aus dem Einflussbereich des Klosters waren ein Beweis für das harmonische Miteinander. Die Pleysteiner bedauerten es deshalb sehr, als sie 1964 erfuhren, dass das Kloster wegen Mangels an Nachwuchs aufgelöst werden sollte. Schriftliche Eingaben an die zuständigen Stellen konnten keine Änderung der Absicht bewirken. Auch das Vorsprechen des damaligen Bürgermeisters Max Piehler und einiger Stadträte beim Pater Provinzial verlief ergebnislos.

Große Verdienste

Am 11. Mai 1965 verließen die letzten Augustiner das Kloster auf dem Kreuzberg. Dies waren Pater Amadeus Rumpel und Frater Gerlach Liechtinger. Die Oblaten des heiligen Franz von Sales übernahmen nahtlos die Betreuung der Wallfahrtskirche und des Klosters. Einige Augustiner-Ordensleute zeichneten sich durch besondere Leistungen aus. Pater Hieronymus Wenzel (1873 bis 1927) erwarb sich große Verdienste um die mineralogische Erforschung des Rosenquarzgesteins. Ein neu entdecktes Mineral wurde nach ihm "Wenzelit" genannt.

Pater Bartholomäus Lunz initiierte 1954 den Bau des Freialtars auf dem Plateau. Er plante auch eine Unterkirche in der Basis des Quarzfelsens und hatte schon Kontakte zu einer ausführenden Firma aufgenommen. Das Vorhaben kam wegen seiner Versetzung nicht mehr zustande. Von den aus Pleystein und Umgebung stammenden Ordensangehörigen sind neben dem ehemaligen Afrika-Missionar Pater Berthold Meier (1927 bis 2010) besonders dessen Onkel Pater Dr. Ferdinand Lang, Provinzial der deutschen Augustinerprovinz (1900 bis 1960), Frater Gerhard Völkl (1931 bis 2003), der ehemalige Prior von St. Augustin Weiden, Pater Albrecht Herrmann, der seit fünf Jahren in Würzburg zu Hause ist, und dessen Bruder Frater Winfried Herrmann (1925 bis 2014) zu nennen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7772)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.