In der Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung ist von Boom die Rede
Jedes fünfte Gebäude aus Holz

Lokales
Pleystein
18.05.2015
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In der Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung Eslarn-Vohenstrauß stellte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer eine interessante Anfrage. Er wollte wissen, ob die Vohenstraußer Burg und das ehemalige Amtsgericht, die im Zuge der Behördenverlagerung wieder genutzt werden sollen, an das Heizkraftwerk angeschlossen werden könnten. Vorsitzender Hans-Peter Lang sagte, das sei ein guter Vorschlag, der abgeklärt werde, da die Gebäude ja keine Niedrigenergiehäuser sind.

Die Versammlung fand heuer im Bachhofnersaal in Pleystein statt. Lang entschuldigte sich für den späteren Termin. Aber aufgrund der außergewöhnlichen Umstände hätte man nicht in die Vohenstraußer Stadthalle gehen können, und ein anderer Veranstaltungsort musste gesucht werden.

Holzpreise stabil

Für die Holzwirtschaft sei das vergangene Jahr zum Glück normal gewesen, also ohne nennenswerten Borkenkäferbefall und auch ohne größeren Schneebruch, so dass der Holzeinschlag und der Preis stabil blieben. Die bayerische Landschaft wird durch die Wälder geprägt, die ein Drittel der Landesfläche bedecken. Davon ist deutlich mehr als die Hälfte in privater Hand und wird nachhaltig und verantwortungsvoll bewirtschaftet. Neben vielfältigen Schutz- und Erholungsfunktionen liefert die Verwendung des nachwachsenden Rohstoffes Holz einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung des Freistaates. Der Wald und die Holzprodukte im Freistaat speichern etwa 2,7 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxyd und damit 30 Jahre des gesamten CO2-Ausstoßes Bayerns.

Maschinen gut genutzt

Der Baustoff Holz erlebe zur Zeit einen Boom. Jedes fünfte Gebäude werde in Holz gebaut. Somit können massive CO2-Einsparungen erzielt werden. Lang appellierte an die Bayrische Staatsregierung, diese Punkte bei ihren Förderprogrammen zu bedenken.

In der Oberpfalz bestehen 25 Waldbesitzervereinigungen und Forstbetriebs-Gesellschaften mit insgesamt rund 25 000 Waldbesitzer mit einer Fläche von fast 205 000 Hektar Wald. Über die WBV Eslarn-Vohenstrauß sagte Lang, dass sie mittlerweile ein richtiges mittelständiges Unternehmen geworden sei und der Vorstand stark gefordert werde und Verantwortung übernehmen müsse.

In seinem Geschäftsbericht blickte Geschäftsführer Josef Maier auf das vergangene Jahr zurück und merkte an, dass die Holzpreise sehr gut gewesen seien und es wenig Windwurf und auch wenig Borkenkäferbefall gegeben habe. Zur Vermarktung der Holzsorten berichtete er von 36 613 Festmeter (FM) Fichte, 4789 FM Kiefer und 229 FM Laubholz. Insgesamt wurden von der WBV Eslarn-Vohenstrauß 41 418 FM Holz für 395 Mitglieder vermarktet, was etwas über den langjährigen Durchschnitt von 39 000 FM lag. Für 2015 gab Maier bekannt, dass die Holzpreise etwas sinken würden wegen des Sturmes Niklas vor einigen Wochen, der in Oberbayern und Schwaben erhebliche Mengen an Sturmholz verursachte.

Im Sommer geht ein Vor-Ort-Audit von PEFC (Zertifizierung) über die Bühne. Stichpunktartig werden Waldbesitzer ausgewählt und auf die Einhaltung der PEFC-Kriterien geprüft. Den Waldbesitzern legte Maier den Waldwegebau zu noch unerschlossenen Waldgebieten wegen der derzeit noch hohen Förderungen ans Herz. Die Maschinen der WBV wurden relativ gut genutzt, der Rückeanhänger 90 Tagen und 389 Kranstunden und der Sägespalter mit 108 Stunden.

Haushalt verabschiedet

Maier merkte an, mit einem Jahresumsatz von 3,48 Millionen Euro sei man ein wirtschaftlicher Verein und kein eingetragener Verein mehr, so dass die Bilanz von einer Firma erstellt wurde, und diese Bilanz auch zur Überprüfung verschiedenen Ämtern vorgelegt werden muss. Die Mitglieder nahmen den Haushaltsplan für 2015 einstimmig an.

Über das Bioheizkraftwerk in Vohenstrauß sagte Lang, dass es fast ausgelastet sei und der Umsatz sich positiv entwickle. Für das geplante Heizkraftwerk in Neustadt/WN auf dem Kulturhügel habe man ein Angebot abgegeben und sei in der europaweiten Ausschreibung auf dem zweiten Platz gelandet. Der Gewinner der Ausschreibung wurde aber verpflichtet, das Heizmaterial ortsnah einzukaufen, somit habe man eine gute Chance, dieses liefern zu können.
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