Jesus als Oberpfälzer

Die "Pleysteiner Sänger" (links) mit Altbürgermeister Johann Walbrunn hatten zur "Heiligen Nacht" mit Richard Gabler eingeladen. Die Sitzweilgruppe Miesbrunn unter Leitung von Karl Putzer (rechts) umrahmte abwechselnd mit dem Pleysteiner Ensemble die Erzählung der Weihnachtslegende von Ludwig Thoma. Bild: bey
Lokales
Pleystein
10.12.2014
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Richard Gabler entführte die Besucher der Kreuzbergkirche mit der phantastisch vorgetragenen Weihnachtslegende von Ludwig Thoma in die Welt des damaligen Orients. Der Clou dabei: Die Geburt des Herrn wird in Oberpfälzisch geschildert.

Die Lesung der Weihnachtslegende von Ludwig Thoma in der festlich erleuchteten Kreuzbergkirche wird als großartiges Erlebnis vielen in Erinnerung bleiben. Richard Gabler trug die Geschichte im Oberpfälzer Dialekt frei vor. Die "Pleysteiner Sänger" und die Sitzweilgruppe Miesbrunn eröffneten die "Heilige Nacht".

Gabler zog die Besucher sofort in seinen Bann. "Jetzt Leutln, jetzt loosts amol zua", begann er, um in wohlgesetzten Reimen die bekannte Legende zu erzählen. Dies gelingt so gut, dass man glaubt, sich in die historischen Ereignisse hineinversetzen zu können. In den Aufbruch von Josef und Maria aus Nazareth, aber auch in das als friedlich und "stad" geschilderte Leben des Paars. Zum Rentamt müssen Josef und Maria in Ludwig Thomas Version.

Künstler erster Güte

Mit perfekter stimmlicher Verwandlung und entsprechender Mimik und Gestik erleben die Besucher in der Kirche die Begegnungen mit dem Führer eines Pferdeschlittens oder eines Handwerksgesellen. Natürlich fehlt die vergebliche Zimmersuche ebenso nicht wie das Zusammentreffen mit einem hilfsbereiten Menschen, der ihnen den Stall als Bleibe für die Nacht anbietet. Bei den Schilderungen der Geburt von Jesus erklingt sanft ein Akkordeon. Mit stürmischen Beifall und stehenden Ovationen danken die Besucher Gabler ebenso wie den "Pleysteiner Sängern" und der Sitzweilgruppe Miesbrunn, die abwechselnd für Überleitungen sorgten.

Die "Heilige Nacht" von Thoma habe spüren lassen, dass die Advents- und Weihnachtszeit etwas Besonderes sei, weil Herz, Gefühl und Liebe gebraucht werde, sagte Altbürgermeister Johann Walbrunn. Mit Gabler sei ein absoluter Vortragskünstler zu Gast gewesen, betonte Walbrunn unter stürmischem Beifall.

Er dankte auch dem Pleysteiner Ensemble und der Sitzweilgruppe Miesbrunn. Der Bitte des Altbürgermeisters, den Griff in die Geldbörse nicht zu vergessen, kamen die Besucher gerne nach. Die rund 1000 Euro an freiwilligen Spenden gehen je zur Hälfte an die Hilfsaktion "Noma." und die Stadt für die Renovierung des Kreuzbergklosters.
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