Kloster vor der Sanierung

Am Kreuzbergkloster könnten bald wieder Gerüste stehen. Noch heuer soll das Gebäude, das zuletzt vor fünf Jahren einen neuen Anstrich erhielt, renoviert werden. Archivbild: tss
Lokales
Pleystein
26.02.2015
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Seit 113 Jahren steht das Kloster auf dem Kreuzberg. Dem Bau ging ein langer Prozess mit vielen Hindernissen voraus, die aus dem Weg geräumt werden mussten. Heuer ist die Renovierung geplant.

(tss/tu) Bei der Maßnahme soll das Gebäude unter anderem trockengelegt werden. Außerdem sind Spenglerarbeiten und möglicherweise neue Fenster vorgesehen. An Spenden sind mittlerweile mehrere Tausend Euro zusammengekommen. Wann die Sanierung beginnt und was sie kostet, steht allerdings noch nicht fest. Solange der Stadtrat und das Landratsamt den Haushalt nicht genehmigt haben, wollten Bürgermeister Rainer Rewitzer und Günter Gschwindler, Geschäftsleiter im Rathaus, keine Auskünfte geben.

Bewegte Geschichte

Das denkmalgeschützte Kloster auf dem Rosenquarzfelsen hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die Wartezeit bis zur Renovierung dürfte das Bauwerk kaum erschüttern. Zuletzt hatte es 2010 einen neuen Anstrich erhalten.

Der Rohbau war 1902 fertig, ein Jahr später folgten Einweihung und Übergabe an den Augustinerorden. Pater Ildephons Lehner (1813 bis 1899), ein gebürtiger Pleysteiner, hatte sich fast ein halbes Jahrhundert bemüht, um für die Stadt eine Ordensniederlassung zu gewinnen. Als 1858 das Pleysteiner Frühmessbenefizium vakant geworden war, ließ es der Stadtmagistrat nur provisorisch besetzen. Mit Pater Ildephons, der dem Benediktinerorden angehörte, war vereinbart worden, einem zukünftigen Kloster das Benefizium als Existenzgrundlage zu geben. Zugleich liefen Verhandlungen mit dem Kapuzinerorden. Als sich erste günstige Aussichten abzeichneten, war die Freude der Bevölkerung so groß, dass sie sofort mit dem mühevollen Klosterbau begann.

Der weitere Verlauf der Verhandlungen war weniger erfreulich. Außer dem Benefizium verlangten die Kapuziner die Abtretung der Kirche an den Orden sowie andere Rechte, denen weder der Magistrat noch die Kirchenverwaltung zustimmen wollten.

Nachdem keine Einigung zustande gekommen war, brachen die Pleysteiner die Kontakte ab und transportierten das Baumaterial wieder vom Berg herunter. Einige der damals errichteten Mauern stehen heute noch. Weitere Sondierungen mit anderen Orden kamen über die Anfänge nicht hinaus, weil das Einkommen des Benefiziums nicht ausreichte, um einer Kongregation eine sichere Grundlage zu geben.

Am 10. Oktober 1897 wandte sich die Stadt schließlich an den Augustinerorden. Am 8. August 1898 sagte Pater Provinzial Pius Keller zu, das künftige Kloster zu übernehmen. Mehr Unannehmlichkeiten bereitete dann auch noch die Erteilung der Baugenehmigung. Stadtpfarrer Max Glas konnte die verschiedenen Interessen nicht aufeinander abstimmen und bat 1899 um seine Versetzung.

Nachfolger Max Reiser machte den Spendern klar, dass es mit Versprechungen keine Genehmigung geben könne und dass gegenseitiges Vertrauen nötig sei. Schon im ersten Jahr seines Wirkens standen so 40 000 Mark zur freien Verfügung. Damit waren der Unterhalt für den Konvent und die Deckung der Baukosten gesichert. Am 8. Februar 1901 wurde endlich die Baugenehmigung erteilt. Doch damit nicht genug der Rückschläge: Am 19. Juli 1901 fiel mit der halben Stadt auch die Kirche auf dem Kreuzberg dem verheerenden Großbrand zum Opfer, und der Klosterbau musste zurückgestellt werden. 1902 stand der Rohbau, ein Jahr später waren die Innenarbeiten abgeschlossen. Ursprünglich sollte es im romanischen Stil erbaut werden, ins Landschaft passte jedoch der Barockstil besser.

Ermöglicht wurde der Bau in erster Linie durch Spenden des Deutsch-Amerikaners Johann Kam aus Buffalo (30 000 Mark) und von Kunigunde Schrobenhauser aus München (10 000 Mark). Seit dem Abzug der Augustiner 1965 betreuen die Oblaten des heiligen Franz von Sales das Kloster, das der Stadt gehört.
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