Kult um schwarze Muttergottes

Das Loreto-Heiligtum von Bor ist zum Großteil bereits renoviert worden. So wie auf diesem Gemälde sieht das Gebäude aber noch nicht aus. Repro: tu
Lokales
Pleystein
08.09.2015
7
0

Das Loretofest in Haid (Bor) steht von Freitag bis Sonntag, 11. bis 13. September, im Mittelpunkt des Geschehens in der bayerisch-böhmischen Grenzregion. Bor ist seit 2003 Partnergemeinde der Stadt Pleystein, deren Vertreter bei verschiedenen Veranstaltungen präsent sein werden.

Die Wallfahrt zur "Schwarzen Muttergottes von Loreto in Haid" am Fest Mariä Geburt am 8. September hat ihren Ursprung in einem der berühmtesten Pilgerorte Europas, in Loreto bei Ancona in Italien. Im 15. Jahrhundert entwickelte sich dort ein regelrechter Kult um die "Schwarze Muttergottes zu Loreto", zu der in zunehmendem Maße Marienverehrer pilgerten, besonders Adelige, die gelobten, eine Nachbildung des "Heiligen Hauses" in ihrer Heimat erstellen zu lassen.

Verheerende Schäden

Nach dem Dreißigjährigen Krieg, der auch im Egerland verheerende Schäden anrichtete, kam es in Böhmen zu zahlreichen Loretogründungen, so auch in Haid. Die malerische Loretoanlage in Bor wurde 1668 eingeweiht. Sie wird vor allem geprägt von der lauretanischen Kapelle, gestiftet von Isabella Maria Gräfin von Götz, geborene Trcka von der Lippa, und Sigmund Friedrich Graf von Götz, Herr auf Haid. Das Kirchlein ist im Grundriss und in den Ausmaßen genau dem Vorbild von Ancona nachgebaut worden.

Die Gnadenstatue ist in Größe und Haltung eine Nachbildung von Loreto mit 93 Zentimetern Höhe und vermutlich von der Stifterin aus Ancona nach Haid gebracht worden. Eine dunkle Phase der Wallfahrt von Haid begann mit der Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus dem Sudetenland nach Kriegsende. Die Anlage wurde geschändet und verfiel permanent.

Erst nach der "sanften Revolution" 1989 wurde die Wallfahrt in 1990 erneuert und der Aufbau der Kapelle und der arkadenartigen Umgänge mit den wertvollen Fresken in Angriff genommen. Diese kostenträchtigen Aktionen zur Erhaltung von wertvollem Kulturgut sind den unermüdlichen Initiativen von Dekan Vladimir Born aus Haid zu verdanken, dessen Bemühungen mit Geldspenden von Pleysteiner Privatleuten, Vereinen und Körperschaften unterstützt wurden und werden.

Restaurierung bis 2018

Ein erheblicher Teil des Loreto-Heiligtums konnte bereits umfassend restauriert werden, doch gibt es bis zum geplanten Abschluss der Generalsanierung im Herbst 2018 noch vieles zu tun. Spenden für die Renovierung dieses historischen Projekts nimmt Altbürgermeister Johann Walbrunn entgegen. Das Programm des Haider Festes, das unter dem Motto "25 Jahre Erneuerung des Loretofestes" steht: Freitag, 11. September, um 17 Uhr Gottesdienst in der Dekanalkirche St. Nikolaus mit Neupriester Pater Richard Polak. Dort beginnt am Samstag, 12. September, um 10 Uhr der Festgottesdienst mit Filip Zdenek Lobkowicz, Abt des Klosters von Tept. Um 19 Uhr ist Abendmesse, um 20 Uhr Lichterprozession zum Heiligtum Maria Loreto und um 20.30 Uhr in der Kapelle vor der "Schwarzen Muttergottes" Marienandacht.

Am Sonntag, 13. September, um 10 Uhr ist Festamt in der Nikolauskirche mit dem Chor und dem Orchester des Klosters Emaus aus Prag. Zu hören ist die "Krönungsmesse" von Wolfgang Amadeus Mozart.
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.