Leerstands-Philosoph

Das Verwaltungsgebäude neben dem Pleysteiner Rathaus ist ein Beispiel für nicht oder nur teilweise genutzte Häuser in der Stadt. Im Erdgeschoss wird demnächst vorübergehend die Raiffeisenbank einziehen. Bild: tss
Lokales
Pleystein
16.04.2015
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Bauwillige junge Leute zieht es nur allzu oft an die Peripherie. Wie in vielen anderen Orten stehen daher auch im Pleysteiner Stadtkern Häuser leer oder sind nur teilweise genutzt. Doch Bürgermeister Rainer Rewitzer tüftelt an einer Lösung.

Möglichkeiten oder Projekte wie die Leerstandsoffensive, an der sich Eslarn als einzige Gemeinde im Landkreis Neustadt beteiligt, gibt es genug. "Ich wäre überall mit dabei, was Sanierungswilligen und der Stadt helfen kann. Wir müssen die Fühler ausstrecken, was mit der Städtebausanierung machbar wäre", sagt Rainer Rewitzer.

Gemeinde gefordert

Denn die Gemeinde ist auch selbst gefordert, weil einige kommunale Gebäude ebenfalls "nicht ausgelastet sind", sagt der Bürgermeister. Zum Beispiel das Verwaltungsgebäude neben dem Rathaus. Dort waren schon einmal Sparkasse und ein Drogeriemarkt untergebracht. Die Modelleisenbahnfreunde nutzen Räume im Erdgeschoss regelmäßig für ihre Ausstellungen. Demnächst soll vorübergehend die Raiffeisenbank einziehen, bis deren Umbau fertig ist.

Rewitzer will auch junge Leute ins Zentrum holen, um "die Verdichtung im Kern zu forcieren". Denn in der Stadt, aber auch in Baugebieten, gibt es noch einige Lücken. "Die sollten erst bebaut werden, bevor am Ortsrand ein neues Baugebiet geschaffen wird." Der Rathauschef sieht die Kommune daher auch "als Vermittler zwischen Grundstückseigentümern und Bauwilligen", die Platz suchen. Mit Zuschüssen sollen außerdem Anreize geschaffen werden, um Hauseigentümer von einem Umbau zu überzeugen.

Noch am Sondieren

Ältere Leute könnten sich ebenso vorstellen, in den Ortskern zu ziehen, weiß Rewitzer. Dort bieten sich trotz einiger leerstehender Läden noch ausreichend Einkaufsmöglichkeiten. Das Stadtoberhaupt ist "noch am Sondieren", denkt aber mittel- und langfristig: "Das ist eine Philosophie, die man jetzt anstoßen muss, wenn sie in 15 Jahren funktionieren soll. Wenn ein positives Leuchtturmprojekt starten würde, dann würden andere vielleicht auch nachziehen."

Eine Bestandsaufnahme der Leerstände gibt es für Pleystein noch nicht, ist aber geplant. Unter anderem für die Städtebauförderung ist eine solche Liste nötig. 2008 hat die Gemeinde übrigens das letzte Baugebiet ("Zillertal") ausgewiesen. Alle zwölf Parzellen sind verkauft und schon fast voll bebaut.
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