Magistrats-Entscheidungen vor 125 Jahren - Gemeinde beschafft vorschriftsmäßige Uniform für ...
Schleichwache eingeführt

Lokales
Pleystein
30.01.2015
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Die aktuelle Arbeit im Stadtrat wird hauptsächlich von der langfristigen Sicherung der Wasserversorgung, der umweltgerechten Abwasserentsorgung, der Erschließung von Wohnbaugebieten und Gewerbeflächen, der Sanierung der Straßennetze und der weiteren Haushaltskonsolidierung bestimmt.

Auch in früheren Zeiten beschäftigten den Magistrat und die Gemeindebevollmächtigten oft jahrelang besondere Ereignisse, von denen manche in der Gegenwart nebensächlich erscheinen, die aber in der betreffenden Epoche meistens von großer Tragweite waren.

Das Jahr 1890

Nachfolgend sind einige Beschlüsse des Magistrats von 1890 wiedergegeben. Sie machen die Tätigkeit der damaligen Gremien und die Verhältnisse vor 125 Jahren verständlich.

So wurde in der Sitzung am 7. Januar dem Gesuch des Josef Balk, im Haus Nummer 84 eine Gast- und Tafernwirtschaft zu betreiben, entsprochen, "weil auf diesem Haus seit mehr als 40 Jahren dieses Gewerbe betrieben wird". Am 17. Januar wurde beschlossen, dass Erstkommunikanten Bäume pflanzen, damit die Kinder eine dauernde Erinnerung an ihren Kommunionfesttag haben. Am 7. Februar entschied der Magistrat aufgrund einer Beschwerde des Gastwirts Xaver Sittl, dass er das Recht habe, mit dem "Überwasser des Stadtbachs seine Baumgartenwiese zu bewässern". Die Anbringung eines "ein Schuh breiten und fünf Zoll hohen Einschnitts" in das Rinnsal solle dies bewerkstelligen.

Am 5. März beschloss man, für den ersten Viehmarkt des Jahres den 4. April vorzusehen und die Abhaltung im "Vohenstraußer Anzeiger" zu publizieren. Am 16. März wurde ein Gutachten des Lehrers der landwirtschaftlichen Winterschule, des Kunst- und Handelsgärtners Ostermeier aus Pfaffenhofen, unterbreitet mit dem Inhalt, dass sich das Gesteinach zur Anpflanzung mit Steinobst, besonders Kirschen, Weichseln, Amarellen und in den unteren Lagen auch mit Zwetschgen eignet. Es wurde dahingehend votiert, "noch im heurigen Frühjahr 300 kräftige Unterlagen mit etwa eineinhalb Metern Höhe anzupflanzen, um in den kommenden Jahren ein Resultat über das Gedeihen ersehen zu können". Die Kosten bestreite die Gemeindekasse. Der Weg nach Georgenberg werde bis zur Viehbrücke mit Alleebäumen bepflanzt.

Prämie für jede Anzeige

Am 14. Mai kam das Gremium überein, für jede Anzeige einer strafbaren Beschädigung von Obst- und Alleebäumen eine Prämie von 5 Mark auszusetzen. Am 12. Juni stimmte der Rat der Aufstellung eines neuen, etwa drei Mal größeren Brunnenkastens als bisher in der Altstadt zu. Am 31. Juli wurde im Protokoll dokumentiert, "dass die unfahrbaren und äußerst defekten Feldwege, nämlich Kühbühlweg, Galgenbergweg und Eisenstraße, aus Gemeindemitteln hergestellt werden".

Am 2. September entschied man, dass für den Polizeidiener eine neue, vorschriftsmäßige Uniform aus Gemeindemitteln beschafft wird. Das schadhafte Schieferdach des Rathauses solle umgedeckt werden. Mit dem Schieferdecker Horn sei Verbindung aufzunehmen. Die öden Gemeindegründe zwischen Finkenhammer und Bartlmühle sollten so belassen und nicht kultiviert werden.

Am 7. November wurde beschlossen, "neben dem Nachtwächter bis auf weiteres eine Still- und Schleichwache einzuführen, weil der Sicherheitszustand sich verschlechtert habe und mehrere Diebstähle vorgekommen seien. Die Einführung der Schleichwache bedarf der Zustimmung des Kollegiums der Gemeinde-Bevollmächtigten".

Nachtwächter-Tausch

Schließlich aus der Sitzung vom 27. November jenes Votum, "dass beginnend vom 1. Januar nächsten Jahres zwei andere geeignetere Nachtwächter angestellt werden sollen". Zugleich wurde entschieden, die Lautwache abzustellen und die Still- und Schleichwache zu realisieren. Die Nachtwächter erhalten Kontrolluhren versehen. Schlüssel und Schlüsselkästchen beschaffe die Gemeinde für 91 Mark .
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