Mit Moped auf Einbrecher-Jagd

"Das ist ein schönes Beispiel, wie die Zusammenarbeit zwischen Bevölkerung und Polizei sein sollte", lobt Erster Polizeihauptkommissar Martin Zehent die Bauhofmitarbeiter.
Lokales
Pleystein
30.07.2015
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Eigentlich hatte Erster Polizeihauptkommissar Martin Zehent am Mittwoch seinen freien Tag. Doch als seine Kollegen ihm einen Einbruch in seiner Nachbarschaft meldeten, war er plötzlich mitten im Geschehen.

Drei Einbrecher waren am Mittwochvormittag in eine Firma in der Steingasse eingedrungen. Die Ehefrau des Unternehmers hörte laut Polizeibericht gegen 6 Uhr verdächtige Geräusche im Betriebsgebäude. Zudem fiel ihr ein abgestellter Kastenwagen auf.

Als das Trio bemerkte, dass es bei der Tat gestört wurde, flüchtete es. Vorher hatten die drei in der Firma Gegenstände im Wert von etwa 750 Euro erbeutet, darunter eine Geldkassette. Schon wenig später nahm eine Streife der Polizeiinspektion (PI) Vohenstrauß eine 22-Jährige und deren 38-Jährigen Freund unweit des Tatorts fest.

"Meine Kollegen haben mich gegen 7 Uhr angerufen. Ich bin dann mit dem Moped zum Tatort", erklärt Zehent, Dienststellenleiter der PI. Da klar war, dass ein Einbrecher noch auf freien Fuß war, machte sich der Beamte mit seinem Fahrzeug auf den Weg durch Pleystein. " Ich habe viele Leute angesprochen, dass sie uns anrufen sollen, wenn ihnen ein Verdächtiger auffällt."

Und tatsächlich. Zwei Bauhofmitarbeiter informierten gegen 9 Uhr Zehent auf seinem Handy, dass ihnen ein unbekannter Mann in der Nähe des Friedhofs aufgefallen sei. Als der Polizist mit seinem Moped anrollte, war der Verdächtige schon wieder weg. "Die Bauhofmitarbeiter und ich haben uns dann aufgeteilt." Am Bocklradweg erspähte Zehent den Mann, als er aus dem Leo-Brunnen trank. "Ich habe mich von hinten angeschlichen und ihn festgenommen", beschreibt der Hauptkommissar sein Vorgehen.

Bei den Verdächtigen handelte es sich um einen 27-Jährigen, der auch einen Teile der Beute bei sich hatte. Ganz ungefährlich war die Aktion des Polizisten nicht. Schließlich wusste er schon, dass vorher bei dem 38-Jährigen eine Schreckschusswaffe, ein Schlagring und zwei Messer gefunden wurden. Dazu hatte er eine geringe Menge Rauschgift bei sich. "Das hatte ich alles bei meiner Aktion im Hinterkopf. Aber zum Glück hatte der Mann keine Waffen dabei", erklärt Zehent.

Die weitere Sachbearbeitung übernahm die Kriminalpolizeiinspektion Weiden. Nachdem gegen den 27-Jährigen bereits ein Haftbefehl wegen eines gleich gelagerten Delikts bestanden hatte, wurde er in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Die 22-Jährige und deren Freund wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Weiden am Donnerstag dem Haftrichter am Amtsgericht Weiden vorgeführt. Der erließ gegen das Duo Haftbefehl. Auch sie wurden in Justizvollzugsanstalten überstellt.

Die weiteren Ermittlungen laufen wegen des Verdachts des Bandendiebstahls und Diebstahls mit Waffen und was den 38-jährigen Tatverdächtigen betrifft wegen Vergehens nach dem Waffen- beziehungsweise Betäubungsmittelgesetz. Das Trio stand bei der Tat unter Drogeneinfluss. In der Nachbetrachtung hebt Zehent besonders die beiden Bauhofmitarbeiter hervor. "Dies muss man in den Vordergrund stellen. Das ist ein schönes Beispiel, wie die Zusammenarbeit zwischen Bevölkerung und Polizei sein sollte."
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