Nächste Hürde für Landwirte

Vorstandsmitglied Fritz Kick sowie die Aufsichtsratsmitglieder Franz Nickl und Ernst Feneis (vorne, von links) wurden in ihren Ämtern bestätigt. Vorstandsvorsitzender Georg Wittmann (Zweiter von links) und Aufsichtsratsvorsitzender Martin Reber (Zweiter von rechts) gratulierten. Bild: dob
Lokales
Pleystein
27.03.2015
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1984 wurde die Milchquote in der Landwirtschaft eingeführt, um Butterbergen sowie Milchseen Einhalt zu gebieten und den Milchbauern eine verlässliche Einkommensplanung zu ermöglichen. Ab 1. April ist dieser Beitrag Geschichte.

Darüber informierte Landwirtschaftsdirektor Josef Völkl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Weiden die Teilnehmer der Generalversammlung der Molkereigenossenschaft Pleystein im Gasthof Anzer in Oberlind. Über Sinn oder Unsinn der Abschaffung wollte sich Völkl nicht mehr äußern.

Verband bietet Hilfe an

Positiv erkenne er, dass ihm eine Verwaltungsfachkraft mehr für die Förderanträge zur Verfügung stehe. Allerdings komme mit den Mehrfachanträgen die nächste bürokratische Hürde. Nach EU-Vorgabe gebe es die grafische Antragstellung, in dem der Computer nach Eingabe automatisch die Anbauflächen und Fruchtarten bestimmt. Wer mit der EDV-Arbeit nicht zurechtkomme, könne Unterstützung unter anderem beim Bauernverband einholen. Vorstandsvorsitzender Georg Wittmann aus Frankenrieth sagte, dass es 2014 mit den Erlösen komplett anders verlief als 2013.

Ab Mai habe es die ersten Einbrüche bei einigen Produkten geben und damit einen wirtschaftlichen Knick von über einem Cent pro Kilogramm Milch. Den bisher niedrigsten Preis von 29,95 Cent pro Kilo erzielten die Milchlieferanten im Januar. Wenngleich sich der durchschnittlich tatsächlich ausbezahlte Preis bei 33,62 Cent pro Kilo bewegte.

Während der durchschnittliche Milchpreis für ein komplettes Jahr fest am bayerischen Mittelmaß gekoppelt sei, würden die monatlichen Milchpreise jeweils zeitnah mit dem Milchkäufer, den Naabtaler Milchwerken der Privatmolkerei Bechtel, verhandelt. Das Kartellamt untersage einen Monatsvergleich mit den Nachbarmolkereien, begründete Wittmann dieses Vorgehen. Deswegen stand am Dienstagabend auch eine Satzungsänderung an, die die Mitglieder einstimmig genehmigten.

Plattform gegründet

Bei der neu gegründeten Gemeinschaft Milchplattform, in der sich Milcherzeugergemeinschaften aus Nordbayern zusammenschlossen, sei auch die Molkereigenossenschaft Pleystein als Mitglied beigetreten. Ende 2018 laufe der Milchliefervertrag aus, kündigte Wittmann an. Darum würden sich die Verantwortlichen 2017 um die Ausarbeitung eines neuen kümmern.

Raiffeisenbank-Vorstand Karl Völkl ging auf das niedrige Zinsniveau ein. "Es wird in den nächsten Jahren nicht nach oben gehen." Einen kleinen Lichtblick sah Völkl hinter dem neuen Agrar-Investitions-Förderprogramm. Kreisobmann Josef Fütterer sprach von einer produktiven Gemeinschaft, die sich in der Genossenschaft vereinige. 45 Prozent der aktiven Landwirte seien noch Milchbauern. Der Redner beklagte sich bei Landrat Andreas Meier über das zeitintensive Prozedere bei Baugenehmigungen landwirtschaftlicher Gebäude. Georg Müller vom Geschäftsbereich Beschaffung der Naabtaler Milchwerken verkündete, dass ab Herbst Biomilch in der Privatmolkerei Bechtel in Schwarzenfeld verarbeitet werden soll.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/milchquote
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