Ohne Touristen kein Verein

Lokales
Pleystein
13.05.2015
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Der Touristikverein Pleystein sieht seine künftige Hauptaufgabe in der Betreuung der Urlauber. Um diese Gäste langfristig an die Stadt zu binden, setzen die Verantwortlichen auf sanften Tourismus.

Dazu gehört auf Maßnahmen zu verzichten, die eine Verschandelung der Landschaft mit sich bringen. Diese Ziele gab Vorsitzender Josef Gillitzer in der Jahreshauptversammlung aus. Dennoch nahm der seit 45 Jahren in diesem Amt tätige Vorsitzende auch die Worte "Auflösung des Touristikvereins" in den Mund, weil sich die Bedingungen für den Fremdenverkehr in der Stadt gegenüber den zurückliegenden Jahrzehnten erheblich zum Nachteil verändert haben. 14 Mitglieder des Touristikvereins waren zur Versammlung ins Café Enslein gekommen. Auffallend für Gillitzer aber, dass nur wenige Quartiergeber darunter waren.

Der Vorsitzende sieht nach seinen Worten ein, dass sich die Uhr im Tourismus nicht mehr zurückdrehen lässt. Erneut hob Gillitzer hervor, dass versäumt wurde, rechtzeitig in die Quartiere zu investieren. "Eine Dusche und ein WC hat heute jede Gefängniszelle", meinte der Vorsitzende, um damit anzudeuten, dass zu einer attraktiven Unterkunft eben mehr gehört.

Lösung für BRK-Haus

Für das BRK-Haus "Am Sonnenhang" sieht Gillitzer die Notwendigkeit einer baldigen Nutzung als Reha-Klinik oder Hotel, um den Verfall zu stoppen. Der Vereinschef hat die Vision vom sanften Tourismus mit Wanderangeboten, Radfahren, Walken, Schwimmen und Gymnastik und will am Abend zum Singen, Tanzen und Kartenspielen einladen.

"Eine Seilbahn und einen Stausee brauchen wir nicht", meinte Gillitzer. Außerdem könnten die Urlauber auch zum Pilze suchen gehen, diese dann zubereiten, oder aber auch unter Anleitung die Schönheiten der Natur erforschen.

Um alle Ziele zu erreichen, müsste aber die Politik die Mittel für eine Anschubfinanzierung zur Werbung zur Verfügung stellen. Der Zusammenschluss der "11 Freunde" ist für Gillitzer gleichbedeutend mit dem Niedergang Pleysteins im Fremdenverkehr. Angesichts des geringen Interesses der Quartiergeber und des zunehmenden Rückganges des Tourismus, auch wenn die derzeitigen Gästezahlen laut Irene Bock vom Tourismusbüro zu etwas Optimismus berechtigen, sprach Gillitzer auch eine mögliche Auflösung des Touristikvereins an.

In keinem Fall aber könne die 45-jährige erfolgreiche Arbeit des Vereins vergessen werden, betonte er. Der Vorsitzende bedauerte, dass eine Anregung an die Stadt, bedeutende Personen als "Botschafter Pleysteins" zu ernennen, keine Resonanz gefunden hat.

Dank für Engagement

Hans Schwägerl erstattete den Kassenbericht, der von den Prüfern als einwandfrei bezeichnet wurde. Altbürgermeister Johann Walbrunn, zugleich zweiter Vorsitzender des Touristikvereins, dankte Gillitzer und dessen Ehefrau Gerda für das Engagement im Sinne des Fremdenverkehrs.
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