Pleysteiner Geotage: Pegmatite im Schatten des Granits
Glänzend wie Silber

Professor Dr. Harald G. Dill sprach beim Auftakt der Pleysteiner Geotage im Kultursaal des Stadtmuseums über die Böhmische Masse und ihre Pegmatite. Bild: tu
Lokales
Pleystein
21.04.2015
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Die Böhmische Masse ist ein Grundgebirgsaufbruch in Mitteleuropa, in den sich Österreich, Polen, Deutschland und die Tschechische Republik teilen. Mit dieser Materie befasste sich Professor Dr. Harald G. Dill aus Hannover im Kultursaal des Stadtmuseums zum Start der drei Pleysteiner Geotage 2015 vor 40 Zuhörern.

Der gebürtige Oberfranke stellte sein Referat unter das Motto "Die Böhmische Masse und ihre Pegmatite". Im Schatten der Granite stehen die Pegmatite, die vorwiegend aus Feldspat, Glimmer und Quarz aufgebaut sind wie die bekannteren Granite. Mehr als 120 solche Gesteinskörper lassen sich allein am Westrand der Böhmischen Masse auf bayerischer Seite nachweisen. Der größte Beryllium-Niobium-Lithium-Phosphat-Pegmatit Mitteleuropas wurde bei Hagendorf abgebaut. Es lassen sich auch Zinn, Zink, Arsen und eine Vielzahl von Phosphaten, Silikaten und Oxiden in diesen Gesteinen nachweisen. Die Pegmatite entstanden im ausgehenden Erdaltertum. Heute stehen nur noch wenige Vorkommen im Abbau, auf bayerischer Seite der Silbergrube Aplit bei Waidhaus.

"Um aufkommenden Edelmetallgedanken zu begegnen, soll hier erwähnt werden, dass nicht etwa Silber in diesen Gesteinen vorkommt, sondern dieses Metall nur durch den silberig glänzenden Muskowit vorgetäuscht wird." Ein mineralogisch-geologischer Vergleich zeigte, dass die Entwicklung dieser Gesteine beiderseits der Grenze sehr ähnlich verlief. Es treten auch Unterschiede auf, die sich aus der Zonierung der Böhmischen Masse ergeben.
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