Post sucht neue Mietfläche

Bürgermeister Rainer Rewitzer (rechts) informierte am Donnerstag in der Bürgerversammlung etwa 90 Zuhörer über Neuigkeiten rund um die Großgemeinde. Dabei entbrannte eine Diskussion um die Umnutzung des ehemaligen BRK-Heims in eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber. Bild: bey
Lokales
Pleystein
27.11.2015
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Der CSG Immobilienservice der Deutschen Post DHL Group sucht in Pleystein eine Mietfläche für eine neue Postagentur. Diese topaktuelle Nachricht gab Bürgermeister Rainer Rewitzer am Schluss der Bürgerversammlung am Donnerstagabend im Hotel "Regina" bekannt.

Die Postagentur soll am 1. Februar 2016 eröffnet werden. Reinhard Biebl, Senior Agent der CSG GmbH, teilte auf Anfrage des NT mit, dass der Vertragsnehmer der jetzigen Agentur die Vereinbarung mit der Deutschen Post zum 31. Januar 2016 gekündigt hat. Noch befindet sich die derzeitige Agentur im Kaufhaus Schopper am Marktplatz. Laut Biebl soll das Geschäft geschlossen werden. Die Einrichtung der Postagentur mit eigenem Personal ist nach den Worten Biebls aber nur eine Alternative für den Fall, dass sich kein anderer Betreiber findet.

Benötigt werden dann 16 Quadratmeter zuzüglich einer Nebenfläche oder eines Nebenraumes samt Sanitäreinrichtung. Wichtig ist insbesondere ein barrierefreier Zugang. Sollte sich keine Räume in einem Gebäude finden lassen, sucht die CSG GmbH einen Containerstellplatz mit Stromanschluss und WC-Mitbenutzung für die Mitarbeiter.

Ein weiteres brisantes Thema der Versammlung war die Umnutzung des BRK-Hauses "Am Sonnenhang" von der Pflegeeinrichtung zum Asylbewerberwohnheim. Hier zeichnen sich bei der Einschätzung durch die Bevölkerung klare Unterschiede ab. Große Skepsis auf der einen Seite, die Notwendigkeit der Hilfe und Unterstützung andererseits, prägten die Diskussionsbeiträge.

Der Bürgermeister wies die rund 90 Besucher der Bürgerversammlung ausdrücklich auf die geänderte Gesetzeslage hin, die der Stadt keine andere Entscheidung als eine Zustimmung zu Umnutzung ermöglicht habe.

Zahl nicht verhältnismäßig

Die Regierung der Oberpfalz stehe in der Pflicht, noch in diesem Jahr rund 2500 Personen unterzubringen. Es sei deshalb nachvollziehbar, wenn eine derartige Einrichtung genutzt werden solle. Bei den angedachten 150 Personen würden zwei Planstellen für die Betreuung geschaffen werden. Offen sei bis dato, ob überhaupt und wann gegebenenfalls die Einrichtung für den neuen Zweck genutzt werde.

Gleich aus dem ersten Diskussionsbeitrag wurde klar gesagt, dass die Zahl von 150 Personen nicht nachvollziehbar sei und nicht im Verhältnis zu den Einwohnern des Orts stehe. Die Frage eines Erstbezugs konnte Rewitzer nicht beantworten, weil in dem Gebäude erst umfangreiche Sanierungsarbeiten vorgenommen werden müssen. Die Räume seien gegenwärtig nicht bewohnbar. Die weitere Frage sei, ob sich diese Arbeiten für den Investor rechnen. In keinem Fall aber handle es sich um eine Erstaufnahmeeinrichtung, einziehen würden nur registrierte Asylbewerber. Die Gemeinschaftsunterkunft werde von der Regierung der Oberpfalz mit ihrer Gesamtfläche angemietet, erklärte der Bürgermeister.

Rewitzer regte an, die Asylbewerber ins Vereinsleben der Stadt einzubeziehen. Diese Aussage traf bei einem Bürger nicht auf Zustimmung. "Integration ist nicht nur Vereinsleben", war die klare Antwort. Zugleich stellte der Diskussionsteilnehmer die Frage, was die Asylbewerber bei einem möglichen zweijährigen Aufenthalt in der Einrichtung tun können.

Stadtrat Helmut Rewitzer machte seinem "tiefen Entsetzen" über die vorausgegangenen Diskussionen Luft. Hier werde permanent Angst geschürt. Die Asylbewerber würden als "Monster" dargestellt. Helmut Rewitzer nannte die Hilfe für Asylbewerber und Flüchtlinge eine Christenpflicht. Gleichzeitig sei es eine Unterstellung, wenn man behaupte, die Personen würden die Stadt "auf den Kopf" stellen. Stadtrat Josef Windirsch nahm die aufkommende Schärfe aus der Debatte. Er bat darum, doch erst die Realität abzuwarten. Ein anderer Zuhörer forderte, diese Menschen in die Gemeinschaft aufzunehmen und ihnen eine Perspektive zu geben.

Unterschied zu Urlaubern

Eine Zuhörerin stellte die Frage, worin der Unterschied zwischen 150 Asylbewerbern und wie früher 200 Urlaubsgästen läge. Dies zeige sich darin, dass Urlauber keine Kindergartenplätze benötigen und deren Aufenthalte für die Stadt keine zusätzlichen Aufgaben mit sich bringen. Stadtrat Werner Ries regte die Gründung von Initiativen an, um dort die Hilfe für Asylbewerber und Flüchtlinge abzuklären.

Der Bürgermeister beendet die Bürgerversammlung mit dem klaren Hinweis, dass über dieses Thema nochmals bei einer weiteren Bürgerversammlung zu Beginn des kommenden Jahres gesprochen werde.
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