Pulverland ist Hexenland

Alle Augen sind beim Pleysteiner Faschingszug wieder auf echte und nicht ganz so echte Stars gerichtet. Bild: tu
Lokales
Pleystein
13.02.2015
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Vorsicht ist beim Pleysteiner Faschingszug geboten. Scharfschützen zielen auf den Pulverturm. Und auch Scheinheilige haben sich angekündigt.

Ein langer Gaudiwurm mit über 30 Positionen erwartetet die Faschingsfreunde aus der nördlichen Oberpfalz am Sonntag, 15. Februar, in Pleystein. Darunter befinden sich zwei schmissige Musikkapellen, schillernde Fußgruppen und originell sowie ideenreich gestaltete Motto-Wagen.

In früheren Zeiten rollten in der Region in vielen Orten Faschingszüge durch die Straßen. Heute kann man deren Zahl im Landkreis Neustadt/WN an einer Hand abzählen. Einer davon ist seit Jahrzehnten am Faschingssonntag im Pulverland, organisiert seit 1974 von der Katholischen Jugend.

Hexenkessel und Hippies

Vorsitzender Andreas Reber und sein Team haben wieder einen gigantischen Gaudiwurm auf die Beine gestellt. Wochenlang wurde in Hallen und Scheunen in verschiedenen Gemeinden des Altlandkreises Vohenstrauß gehämmert, geschweißt und gebastelt. Darunter befinden sich ein Zauberwald, ein Überraschungswagen mit dem Titel "Eine Legende geht zu Ende", ein Hexenkessel, ein Hippie-Gefährt und vieles mehr.

Da der Umzug auch beträchtliche Kosten verursacht, bitten nette Damen die Besucher um eine kleine Spende. Der Startschuss für den Gaudiwurm unter dem Schlagwort "Mystisches Hexenreich" fällt um 14 Uhr in der Vohenstraußer Straße. Er rollt über den Marktplatz am Stadtweiher vorbei durch die Altstadt zurück zum Stadtzentrum. Für schmissige Weisen sorgen die Stadtkapelle Pleystein und die Waidhauser Blasmusik. Aktiv beim Gaudiwurm vertreten sind viele Vereine und Organisationen aus dem Pleysteiner Stadtbereich. Ihre Mitwirkung zugesagt haben ferner die Faschingsfreunde aus einigen Dörfern der Großgemeinde sowie aus vielen Nachbarkommunen.

Mit im Mittelpunkt des närrischen Spektakels steht die gemischte Prinzengarde. Hinter den neun reizenden Mädchen und drei strammen Burschen donnern die Scharfschützen auf dem Pulverturm, dem Wahrzeichen des Pleysteiner Faschings, aus der Konfettikanone. Absolutes Prunkstück ist einmal mehr der herrliche Prinzenwagen, in dem die Tollitäten thronen. Die Erbauer des Prunk-Wagens begleiten während der Mammutparade des Frohsinns ihr Meisterwerk kostümiert.

Neben diesen Faschingsfreunden hatten auch viele fleißige Frauen einiges zu tun. Sie produzierten wochenlang Tausende von Papierblumen im Hotel "Regina" und zu Hause. Nicht vergessen werden dürfen alle Idealisten, die die Kunstblumen in mühevoller Arbeit an die Drahtgestelle anstecken sowie die Sammler, die bei der Geschäftswelt um Spenden anklopfen.

"Das Salz in der Suppe"

Fußgruppen bereichern den Gaudiwurm. Sie sind seit jeher "das Salz in der Suppe", so zum Beispiel Monster, Zombies, Hexen, Scheinheilige, Kobolde und Pandabären. Die Blicke auf sich ziehen Seine Hoheit Prinz Stefan III. von der Esslerburg und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Natalie I. vom Wurzerschloss, die mit Charme, Ausstrahlungsvermögen und Souveränität die Herzen der Närrinnen und Narrhallesen seit der Machtübernahme im Sturm erobert haben. Mit von der Partie ist auch das Kinder-Prinzenpaar Philipp I. und Anna-Lena I. sein.

Beim Ausspielen vor dem Anwesen Landgraf am Marktplatz erwartet die Besucher ein köstliches Schauspiel. Ws werden lustige Begebenheiten aus dem Vorjahr zum Besten gegeben, die es in sich haben und die von den Hofsprechern eingehend erläutert werden. Auch für das leibliche Wohl der Akteure und Besucher ist gesorgt. Die Besatzungen auf den Faschingswagen dürfen zum Schießen nur handelsübliches Konfetti verwenden. Autobesitzer werden aufgerufen, ihre Pkw von 12 bis 16 Uhr nicht auf dem Marktplatz, im Stadtweiherviertel und in der Altstadt zu parken. Nach dem Umzug ist in allen gastronomischen Betrieben fetziges Faschingstreiben.
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