Pulverstoffel hat Holzpantoffel

Lokales
Pleystein
04.07.2015
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Gesehen hat den Pulverstoffel noch keiner. Schnitzer Erich Neuber hat ihn aber nun ein Gesicht gegeben.

Dass die Pleysteiner seit Jahrhunderten als Pulverstoffel bezeichnet werden, ist in der nördlichen Oberpfalz bekannt. Man neckte sich früher mit diesem Spottnamen. Heute sind die Bürger stolz auf diese Titulierung, denn zu jeder geschichtsträchtigen Stadt gehört auch ein Spitzname.

Mit all den legendären Überlieferungen dazu beschäftigte sich Neuber in den vergangenen Wochen in verstärktem Ausmaß. Nachdem keinerlei Bildvorlagen zu dieser Sage existieren, ließ er seiner Fantasie freien Lauf und schnitzte in seiner Werkstätte im heimischen Keller an mehreren Abenden eine Figur des Pulverstoffels.

Neuber fertigte aus Zirbelkieferholz eine 24 Zentimeter hohe Statue, die er barfuß auf einen Baumstamm sitzen lässt und die er mit einem urigen Hut, einer langen Tabakpfeife, einem Schnurrbart und natürlich mit einem klobigen Holzpantoffel in der linken Hand ausstaffierte. Damit spielt der Handwerker, der seit zehn Jahren dem Schnitzen mit Begeisterung frönt, auf den sogenannten "Pulverstoffelmarsch" an. In diesem heißt es: "Äiza kummt der Pulverstoffel, mit sein'm grouß'n Hulzpantoffel." Jenes bodenständige Unikat wird nun die private Sammlung von Neuber bereichern.
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