Reiche Tradition

MGV-Sänger, die bei der legendären dreitägigen Wienreise im Juli 1928 dabei waren, mit Vereinsfahne vor dem Schubert-Denkmal im Stadtpark der österreichischen Hauptstadt. Bild: tu
Lokales
Pleystein
16.01.2015
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Der Männergesangverein (MGV) 1895 Pleystein feiert heuer sein 120-jähriges Bestehen. Das Jubiläumsprogramm bietet einige Höhepunkte.

Start ist am Samstag mit dem Chortag des Sängerkreises Nordoberpfalz im Fränkischen Sängerbund (FSB) unter dem Motto "Wir singen im Chor" von 9.30 bis 16.30 Uhr in der Sporthalle der Zottbachtalschulen. Die Sängergruppe Floß und der MGV Pleystein richten die Veranstaltung aus.

Bundeschorleiter Karl-Heinz Malzer aus Altenstadt/WN, ein gebürtiger Pleysteiner, referiert von 9.30 bis 12 und von 13 bis 16.30 Uhr über Themen wie "Überwiegend Singen von machbarer Chorliteratur", "Probenmethotik und Stimmbildung in Theorie und Praxis" sowie "Literatur für Chöre". Angemeldet haben sich 80 Personen.

Faschingsball, Serenade

Weiter geht es am Samstag, 7. Februar, mit dem Faschingsball mit der Feuerwehr im Bachofnersaal. Ein Höhepunkt wird am Samstag, 4. Juli, die Sommerserenade ab 19.30 Uhr auf dem Kreuzberg sein. Im gesellschaftlichen Blickpunkt steht am Samstag, 15. August, das Sommerfest im Garten des Vereinslokals und am Sonntag, 16. August, der Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche sowie das Gartenfest beim "Böllerten". Das Jubeljahr soll im Dezember mit einem Konzert stimmungsvoll ausklingen. Die traditionsreiche Organisation, die dem Fränkischen Sängerbund angeschlossen ist, zählt zu den größten und ältesten Vereinen der Stadt. Pleystein, eng verbunden mit den Stadttürmern aus der Geschlecht der Familie Müllner, war schon seit Jahrhunderten ein Zentrum der Musik und des Gesangs.

Was lag also näher, als auch hier einen Gesangverein zu gründen, um dem "deutschen Lied" eine organisierte Heimat zu geben. Man schrieb das Jahr 1895. Über den Ort senkte sich ein frostiger Winterabend. Am 6. Dezember hoben sechs junge Männer in der "Alten Post" den Männergesangverein aus der Taufe. Die folgenden Jahre waren gekennzeichnet von regem Zuspruch. 1923 gab es eine festliche Fahnenweihe. Legendär geworden ist die strapaziöse Reise von zwölf Sangesbrüdern nach Wien im Juli 1938 zum 10. deutschen Sängerbundfest. Die "goldenen zwanziger Jahre" waren geprägt von großartigen Operettenaufführungen und Singspielen. Nach der kriegsbedingten Pause wurde der Verein am 1. Februar 1949 reaktiviert. Mit vielfältigen Veranstaltungen brachte sich der MGV nachhaltig wieder ins Rampenlicht. Das "deutschen Lied" erlebte eine Erneuerung, die bis in die Gegenwart anhält. Mittlerweile wird auch modernen Werken Priorität eingeräumt. Neben rund 35 Chorproben gehören Ständchen, Serenaden, Konzertge und die Umrahmung vieler Veranstaltungen zum Jahresprogramm.

254 Mitglieder

Der MGV zählt 254 Mitglieder, davon 41 Aktive. Chorleiter ist seit 1999 Alexander Völkl, Stellvertreter seit 2003 Holger Scheufler. Erster Vorsitzender ist seit 1989 Karl Herrmann, zweiter seit 1995 Reinhold Popp, Schatzmeister seit 1984 Hermann Helm und Schriftführer seit 1979 Wilhelm Hartung junior. Beisitzer sind Franz Strigl, Michael Gallitzendörfer, Anderas Meier, Hans Rewitzer, Hans-Peter Lang und Alexander Wittmann. Notenwarte sind Stefan Weig, Benedikt Wirth und Lorenz Sambauer, Fähnriche Reinhold Popp und Erich Neuber. Webmaster Manfred Reil und Peter Striegl. Der jüngste Sangesbruder ist 18, der älteste 83 Jahre.
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