Schrumpfprozess größte Sorge

Lokales
Pleystein
12.11.2014
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Weniger Katholiken, weniger Gottesdienstbesucher: Die Kirchengemeinde ist besorgt. Dennoch gibt es weiterhin Höhepunkte im christlichen Leben der Stadt und des Umlands. Von ihnen war auch die Rede beim Pfarrfamilienabend.

Die Zahl der Katholiken in der Großgemeinde nimmt kontinuierlich ab. Damit verbunden ist auch ein spürbare Rückgang der Kirchenbesucher. Stadtpfarrer Pater Hans Ring präsentierte beim Pfarrfamilienabend aber nicht nur die etwas düsteren Zahlen, sondern hob mit der zurückliegenden Priesterweihe von Pater Stefan Weig und dem Besuch von Bischof Rudolf Voderholzer auch die erfreulichen Ereignisse hervor.

Höhepunkt waren die Ehrungen langjähriger aktiver Mitglieder des Kirchenchors St. Sigismund. Mit der Bischofsurkunde und Ehrenbrosche in Gold wurde Anna Rewitzer geehrt, die seit 70 Jahren zur festen Stütze des Singgemeinschaft gehört (siehe Bericht oben). Für die junge Generation sei dies kaum nachvollziehbar.

Der Geistliche untermauerte seine kritischen Anmerkungen mit Zahlenmaterial: So sind 2014 im Taufbuch fünf neue Pleysteiner Erdenbürger eingetragen. Eine Zahl, deren Bedeutung jeder selbst ermessen könne, sagte der Stadtpfarrer. Die Erstkommunion haben heuer 17 Kinder empfangen, gefirmt wurden 42 Kinder. 42 Beerdigungen, zwei Kirchenaustritte unmittelbar in der Pfarrei und von fünf Personen, die in Pleystein getauft worden waren, tragen in Verbindung mit Wegzügen zum Schwund bei. Konkret ist diese Zahl von 1799 (Stand 2012) auf 1781 gesunken.

Kirchenbesuch rückläufig

Ebenso rückläufig ist der Gottesdienstbesuch. Bei einer Zählung im März 2010 besuchten an einem Tag 467 Gläubige die Vorabendmesse, die Messe auf dem Kreuzberg und die Eucharistiefeier in der Stadtpfarrkirche. Im Vergleichsmonat 2014 waren es nur noch 333 Gläubige, was einen Rückgang von 19 Prozent bedeute.

Voll des Lobs war der Stadtpfarrer über die Priesterweihe von Stefan Weig und den Besuch von Bischof Voderholzer. Beim letzteren Ereignis habe sich der Gemeinschaftssinn der Pfarrgemeinde neu gezeigt, betonte der Pater.

Mit einem kleinen Schatten behaftet war laut Ring die Oblatenwallfahrt am 11. Oktober. Dieser Termin sei wohl nicht als "so wichtig" angesehen worden, da er sich mit einer anderen Veranstaltung überschnitt. Da stelle sich schon die Frage der Wichtigkeit nach dem Dienst der Oblaten in der Stadt, merkte der Pater an.

Zweite Bürgermeisterin Andrea Lang sprach von einem doppelten Wortsinn des Abends, weil zum einen die Familien der Pfarrei und zum anderen die Pfarrfamilie, also die Gläubigen, in ihrer Gesamtheit eingeladen worden seien. Mit Blick auf den Kirchenchor meinte Lang, es sei verblüffend, wie viele Jahre manche Mitglieder mitsingen.

Kirchenpfleger Hans Helgert erinnerte an die Neuwahl der Kirchenverwaltung, die ebenso unter dem Gläubigen-Schwund leide. In kurzen Zügen beschrieb Helgert deren Aufgaben, die auch den Umgang mit "Haus und Gut" umfasst. Saniert worden sei die Bischofspforte an der Stadtpfarrkirche. Im Gotteshaus selbst habe man, finanziert durch eine großzügige Spende, den Orgeltisch umgebaut, so dass der Chor mehr Platz habe. Die Ministranten wurden im Hinblick auf den Bischofsbesuch neu eingekleidet. Ebenso erstrahlen seit einiger Zeit die Altäre in neuem Licht.

Sakristei wird saniert

Als weitere Maßnahmen kündigte Helgert die Sanierung der Sakristei an. Über alle Maßnahmen hebt sich nach den Worten des Kirchenpflegers natürlich die Erweiterung des Kindergartens um die Tagesstätte hervor. Eine Elternbefragung habe die Notwendigkeit bestätigt, betonte Helgert. Ausführlich beschrieb der Kirchenpfleger die Planung für einen Bedarf von zwölf Kindern. Jetzt stehe die Krippe mit 170 Quadratmetern Fläche kurz vor ihrer Fertigstellung. Mitte Dezember soll es soweit sein. Mit Blick in die Zukunft rechnet Helgert ganz nüchtern mit einem Bevölkerungsrückgang und damit analog mit einem Minus bei Gottesdienstbesuchern.

Weniger Kirchensteuer

Bei den Einnahmen der Kirchenverwaltung mache sich das Minus bei der Kirchensteuer bemerkbar, auch wenn die Berechnungszahlen nicht aktuell seien. Ein Thema werde deshalb die Heizung im Gotteshaus sein, die einen erheblichen Anteil der Einnahmen verschlingt. Zu berücksichtigen seien auch Vorgaben der Diözese, wonach in einer Seelsorgeeinheit wie Pleystein künftig pro Jahr nur noch ein Bauvorhaben realisiert werden kann.

Nach einer fotografischen Rückschau von Pater Reinhold Schmitt auf die Priesterweihe und den Bischofsbesuch dankte Pfarrgemeinderatssprecher Andreas Meier der Geistlichkeit und allen Helfern, auch der Stadt Pleystein, für die Unterstützung bei beiden Festlichkeiten. Er schloss alle Vereine und Organisationen ein, die sich bei den Festen einbrachten.
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