Schützen visieren Jubiläum an

Die Aufnahme entstand beim Festzug zur Feier des 450-jährigen Bestehens am 31. Juli 1966. Der damalige Regierungspräsident Dr. Ernst Emmerig, Ministerpräsident und Schirmherr Dr. Alfons Goppel und Landrat sowie Bezirkstagspräsident Johann Pösl (vorne, von links) marschierten mit. In der zweiten Reihe folgten Bürgermeister Max Piehler (links) und Pater Karl Reber (Mitte) vom Kreuzbergkloster, dahinter Stadträte und Ehrengäste. Repro: tu
Lokales
Pleystein
17.11.2015
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Der älteste Verein in der Großgemeinde ist der Schützenverein Pleystein. 2016 wird vom 8. bis 10. Juli in großem Rahmen das 500-jährige Bestehen gefeiert, was sicher ein geschichtliches und kulturelles Ereignis ersten Ranges werden wird.

Zum 450-jährigen Bestehen 1966 hatte sich Chronist und Heimatkundler Siegfried Poblotzli (1917 bis 1997) mit der reichen Tradition der Schützenbewegung eingehend befasst und sie dokumentiert. Das Jahr 1516 bringt die erste urkundliche Erwähnung des Pleysteiner Schützenwesens.

Am Sonntag, 2. November 1516, hatte der Pleysteiner Pfleger Bernhard Stöckl den "Harnusch" beschaut. Der Pleysteiner Schützenplatz lag am Schwarzenbach. In einer Grenzbeschreibung der Herrschaft Pleystein wurde im 1596 eine Schützenhütte erwähnt. Bis heute hat sich die Bezeichnung "Schützenrangen" erhalten.

Große Schützenfeste

Die Stadt Pleystein verfügte neben anderem Kriegsgerät über 31 Büchsen und 20 Armbrüste. Die zur Herrschaft Pleystein gehörigen Ortschaften und Güter stellten 36 Büchsen und 42 Armbrüste. Der Wettbewerb innerhalb der Schützengemeinschaften führte schließlich zu den großen Schützenfesten des 16. Jahrhunderts. Zu erwähnen ist das berühmte Freischießen von Prag 1565 und das "Freie Hauptschießen" von Amberg 1596.

Zu letzterem waren auch die Pleysteiner Schützen eingeladen. Der Dreißigjährige Krieg bewirkte einen Niedergang des Schützenwesens. Das Pleysteiner Fähnlein war 1622 bei Ellbogen an der Eger eingesetzt und hatte wohl manche Verluste hinzunehmen. Einen weiteren Tiefpunkt erreichte das Pleysteiner Schützenwesen 1634. Beim Einfall der Kroaten wurden in der Stadt 48 Häuser abgebrannt. Die Pest, welche im Herbst desselben Jahres ausbrach, vollendete das Zerstörungswerk.

Mit dem Wiederaufbau der Stadt gelangte auch das Schützenwesen zu neuer Blüte. Infolge politischer Streitigkeiten musste 1794 das "kurfürstliche Scharfschützenkorps" aufgelöst werden. Die Krone Böhmens, welcher das Amt Pleystein als Lehenshoheit unterstand, betrachtete diese Vereinigung als einen Eingriff in die Rechte der Landeshonheit.

Am 24. April traf der königliche Kreishauptmann von Ellbogen, Graf von Künigl, mit 26 Reitern vor der Stadt ein, ließ das Stadttor einschlagen und ritt vor das Rathaus. Dort verlas er das "Prager Dekret" vom 14. April 1794, in welchem unter anderem die oben angegebenen Maßnahmen begründet wurden. 1808 wurde das "Bürgermilitär Nationalgarde III. Klasse" gegründet und 1813 die "Nationalen Feldbataillone". Später übernehmen die Feuerschützengesellschaften und Schützenvereine die jahrhundertealte Tradition.

1880 bis 1910 bestand ein Schießstand im "Kren", später im "Gsteinach". Im August 1926 wurde in Pleystein das erste Gauschießen abgehalten. 1929 wurde ein Schützenhaus sowie eine KK-Schießanlage am Burggutgraben errichtet. 1935 wurde das erste Luftgewehr gekauft. Bis 1950 war das Schützenlokal bei Hans Stahl im Burggut, und 1950 wurde es in das Gasthaus "Schwarzer Adler" am Marktplatz verlegt.

Neues Schützenheim

1962 nahmen die Mitglieder das Schützenheim im Gasthaus Lehner in Betrieb. Jene Schießstätte war früher ein Jugendheim und wurde mit eigenen Mitteln im Laufe der Jahre immer wieder umgebaut und erneuert und von zwei auf acht Stände erweitert. 2003 konnte das neue Schützenheim an der Waldthurner Straße, ehemals das Sportheim des TSV 1902, nach umfangreichen Umbaumaßnahmen eingeweiht werden.
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