Stolzes Werk der Gemeinschaft

Am Freialtar auf dem Kreuzberg zelebrierten in den vergangenen 60 Jahren schon viele Pfarrer Gottesdienste. Bild: tu
Lokales
Pleystein
27.09.2014
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Zu Beginn der Fastenzeit 1954 wurde zum ersten Mal der Gedanke laut, auf dem Pleysteiner Kreuzberg einen Freialtar zu errichten. Vom Plan über die Verhandlungen mit Stadt und Landesamt für Denkmalpflege bis zum Baubeginn dauerte es nicht lange.

Am 9. Mai 1954, dem Frühlings-Kreuzbergfest, wurde der Opfertisch seiner Bestimmung übergeben. Das Projekt war eine Gemeinschaftsleistung der Bevölkerung. Wie notwendig dieser Freialtar war, bewiesen die Versuche in den vergangenen Jahren, anlässlich der Bergfeste und anderen Gottesdienste im Freien einen geeigneten Platz für den Altar zu finden, damit die Gläubigen möglichst von allen Seiten der Opferhandlung folgen konnten. Ganz erreicht wurde dieses Ziel nie.

Passender Platz

Mit dem Prior des Augustinerkonvents, Pater Bartholomäus Lunz, kam im Herbst 1953 ein Ordensmann, der aus seinem früheren Wirkungsbereich genug Erfahrungen in der Anlage eines Wallfahrtsplatzes mitbrachte. Er hatte recht bald einen passenden Platz für seinen Altar gefunden und verstand es, die zuständigen Kreise und die Bevölkerung mit seinen Plänen zu begeistern.

Mit Kreuzberg verbunden

Was in diesen Wochen damals auf dem Kreuzberg geleistet wurde, reihte sich würdig in die Mühen und Opfer Pleysteins und der Umgebung beim Bau des ersten Gotteshauses für das wundertätige Kreuz zu Pleystein vor 200 Jahren und beim Wiederaufbau und der Vergrößerung dieses durch den verheerenden Brand von 1901 zerstörten Kirchleins ein. Es ist aber auch ein stolzer Beweis der Bevölkerung für die Verbundenheit mit dem Kreuzberg und die tiefe Verehrung des Kreuzes Jesu Christi an dieser Stätte.

Viele freiwillige Arbeitsstunden wurden geleistet, viele Fuhrwerksbesitzer aus der Region brachten kostenlos Material an die Baustelle. Sparkasse und Raiffeisenbank nahmen auf dem bei ihnen errichteten Sonderkonto "Freialtar" auch Kleinstbeträge entgegen. Viele Bürger schickten Speisen, Getränke und Rauchwaren auf den Kreuzberg.

Freilich stand das Werk noch nicht ganz nach dem Plan seines Initiators. Noch fehlten das imposante Kreuz und die Statue der Gottesmutter. Doch auch diese Vorhaben setzen die Verantwortlichen um, und so wurde die Freialtar-Anlage als religiöses Kleinod rechtzeitig ihrer Bestimmung übergeben. Mittelpunkt ist das große Kreuz, das ursprünglich beim Treppenaufgang zum Berg stand. Eine in Kupfer getriebene Madonna ist das Werk des Künstlers Peter Moser aus Pullach. Den Steinboden verlegte die Firma Beitel aus Flossenbürg. Die Gesamtkosten von 4701 Mark wurden ausschließlich durch Spenden aufgebracht. Es handelte sich um reine Materialkosten, weil die Bevölkerung die Arbeiten kostenlos übernommen hatte. Auch eine Lautsprecheranlage war erforderlich, die mit Verlegung der Leitungen 4603 Mark kostete, die ebenfalls durch Spenden gedeckt wurden.
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