VdK-Vorsitzender Josef Rewitzer kritisiert in Versammlung ungezügelten Kapitalismus
Armut nachhaltig bekämpfen

Lokales
Pleystein
22.05.2015
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Beeindruckende Zahlen zur positiven Verbandsentwicklung legte Josef Rewitzer in einer VdK-Versammlung im Gasthof "Weißes Lamm" auf den Tisch. Der Orts- und Kreisvorsitzende sparte auch nicht mit kritischen Worten zur Sozialpolitik.

"Unser Mitgliederstand konnte seit der letzten Generalversammlung weiter gesteigert werden. Wir lassen in unseren Bemühungen um ein besseres Umfeld für die behinderten, kranken und alten Mitmenschen nicht nach und werden bei unseren Anliegen im Stadtrat immer wieder nachhaken."

Zur allgemeinen gesellschaftspolitischen Situation in der Bundesrepublik Deutschland meinte Rewitzer, dass der ungezügelte Kapitalismus die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert habe und das Vertrauen der Bürger in die Demokratie schwinden lasse. "Der VdK will eine Renaissance der sozialen Marktwirtschaft und der dynamischen Rente. Wir dürfen bedürftige Menschen, vor allem auch Familien, nicht alleine lassen. Armut macht krank und einsam."

Gesundheit müsse für alle bezahlbar bleiben, Pflege müsse menschenwürdig sein, eine Behinderung dürfe keine Nachteile mit sich bringen. Armut müsse in einem so reichen Land wie Deutschland in allen Altersklassen nachhaltig bekämpft werden. Steuerhinterziehungen fügten dem Staat schweren Schaden zu, Mini-Rentenerhöhungen seien untragbar.

"Der VdK will die Politiker öffentlich mit seinen grundlegenden Forderungen konfrontieren und sie auffordern, dazu Stellung zu nehmen, damit die Wähler wissen, woran sie sind. Wir vom VdK können die Segel unseres Schiffs in die richtige Richtung stellen, indem wir uns auch weiterhin für die Schwächsten in unserer Gesellschaft einsetzen. So dürfen zum Beispiel Integration und Inklusion aus unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr ausgebremst werden. Auch kann nicht sein, dass in der Politik Denkmalschutz oft mehr gefördert wird als Barrierefreiheit", schloss der Sprecher.

Sein Dank galt allen, die im Ortsverband mitgearbeitet hätten. "Helfer fallen nicht vom Himmel, Helfer brauchen wir vor Ort." Bürgermeister Rainer Rewitzer lobte "die hervorragende Arbeit des Vorsitzenden, der sich als Motor mit seinem Team für die Bürger engagiert, die mehr auf der Schattenseite des Lebens stehen. "Konstruktiver Kritik, die erlaubt sein muss, steht der Stadtrat jederzeit offen gegenüber", sagte der Rathauschef. Die Anträge und Vorschläge des VdK würden Sinn machen. Die Gemeinde werde versuchen, diese im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten Zug um Zug zu realisieren.
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