Wahnsinn des Kriegs

Lokales
Pleystein
19.11.2014
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Die Sonderausstellung über den Ersten Weltkrieg endete mit einer Lesung aus Feldpostbriefen offiziell. In diesen Zeitdokumenten schilderten Pleysteiner Soldaten den Wahnsinn auf den Schlachtfeldern. Der Erfolg der Schau bewog den Museumsarbeitskreis, die Exponate nicht abzubauen. So sind über die Winterpause Besichtigungen mit Voranmeldung noch möglich.

Auch das Saisonfinale im Stadtmuseum war von überragender Besucher-Resonanz gekrönt. Das Treffen im nostalgischen Wohnzimmer im Erdgeschoss stand ganz im Zeichen der seit einigen Monaten laufenden Sonderausstellung "Erster Weltkrieg - Der große Würfel ist gefallen".

Altbürgermeister Johann Walbrunn, der den verhinderten Rathauschef Rainer Rewitzer vertrat, wünschte den vielen Gäste aus der Gemeinde und der Region einen interessanten Nachmittag mit ernstem geschichtlichen Hintergrund, passend zum Volkstrauertag. Den Großteil der folgenden drei Stunden gestaltete Rezitator Max Frischholz, der aus acht Feldpostbriefen vorlas. Das bunt gemischte Publikum lauschte aufmerksam und teilweise auch ergriffen den Botschaften von Soldaten aus der Gemeinde aus den Jahren 1940 bis 1945, die diese Schreiben von verschiedenen Kriegsfronten an ihre Angehörigen nach Hause geschickt hatten. Einige Verfasser hatten das Glück, nach Kriegsende und Kriegsgefangenschaft in die Heimat zurückzukehren, andere wiederum mussten ihr junges Leben auf irgendeinem Schlachtfeld lassen.

Frischholz legte zwischendurch immer wieder Pausen ein, die von den Teilnehmern zu regen Gesprächen genutzt wurden. Sie erzählten von überlieferten Begebenheiten aus ihrem Verwandten- oder Bekanntenkreis zum Thema Zweiter Weltkrieg und von zahlreichen tragischen Einzelschicksalen, die verschiedene Familien hart getroffen hatten.

Katastrophale Zustände

Die Museumsleiterinnen Grete Reger und Christa Walbrunn sowie Stadtheimatpfleger Bernd Piehler luden im Turnus zu Führungen durch die Räumlichkeiten ein und stellten die große Bandbreite der dort präsentierten Exponate vor. Karl Ochantel aus Vohenstrauß sowie Florian Piehler aus Pleystein, die den Museumsarbeitskreis bei der Vorbereitung der Sonderausstellung mit Rat und Tat vorbildlich unterstützt hatten, standen im Kultursaal den Besuchern bei Fragen zur gesamten Thematik Rede und Antwort. Piehler las ferner aus Feldpostbriefen der Brüder Johann und Josef Rödl aus Pleystein vor, die beide im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Ihre Schilderungen von den katastrophalen Zuständen im Lazarett, die sie als Verwundete am eigenen Leib verspüren mussten, stimmten die Zuhörer sehr nachdenklich.

In alten Zeitungen

Als weitere Informationsquellen lagen alte Zeitungen des "Vohenstraußer Anzeigers" und des "Bayerischen Bauernblatts" auf, in denen über die letzten Kriegswochen 1918 berichtet wurde. Bei Kaffee und Kuchen ließen die Gäste in kleinen Runden die ganze Tragik jener Kriegsjahre mit all den schrecklichen Folgen für Millionen von Menschen nochmals Revue passieren.

Mit diesem Aktionsnachmittag wurde die Museumssaison 2014 zwar offiziell beendet und zur Winterpause übergeleitet, doch beschloss der Museumsarbeitskreis, diese Sonderschau noch nicht abzubauen, sondern über den Jahreswechsel hinaus bestehen zu lassen. Wer Interesse an einer Besichtigung hat, der kann sich mit Irene Bock vom Tourismusbüro wegen eines Termins in Verbindung setzen.
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