Warnung vor "blondem Gift"

Der Kulturkreis und die "Pleystoiner Bläser" ließen nach neun Jahren Pause das Starkbierfest wieder aufleben. Die Veranstalter hatten den knapp 200 Besuchern viel geboten. Neben einer deftigen Fastenpredigt von Helmut Rewitzer war unter anderem der Pleysteiner Biersommelier gesucht. Bild: bey
Lokales
Pleystein
09.03.2015
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Nach neun Jahren Pause gab es in Pleystein endlich wieder ein Starkbierfest. Mit geschliffenen Worten nahm Helmut Rewitzer, Vorsitzender des Kulturkreises Pleystein, die Politprominenz der Stadt ins Visier.

Die "Pleystoiner Bläser" unter Leitung von Markus Schulz sorgten beim Starkbierfest am Samstagabend im Bachofnersaal für zünftige Musik und Brotzeiten. Das Starkbier war süffig, richtig dunkel, ja fast schon schwarz, und kam vom Fass. Das 25. Starkbierfest war nach neunjähriger Pause für den Kulturkreis und die "Pleystoiner Bläser" als Veranstalter ein voller Erfolg.

Kräftiger Arm

Die Organisatoren hatten den Besuchern noch weitere Höhepunkte zu bieten. So wurden noch der Pleysteiner Biersommelier und ein kräftiger Arm gesucht, der einen vollen Masskrug möglichst lange stemmen kann. Der Saal füllte sich im Laufe des Abends zunehmend mit Gästen, so dass die über 200 Plätze nahezu besetzt waren.

"Habemus papam" hieß es laut Helmut Rewitzer am 16. März 2014. Der "Papam" war Rainer Rewitzer, der es aber nicht leicht habe. Zum einen sei da ein Altbürgermeister mit einer noch immer gewissen Medienpräsenz und zum anderen gebe es einen Vorsitzenden der Freien Wähler, der nach zwölf Jahren den Willi Reil als Altbürgermeister vorgeschlagen habe. Wollte da Hans Helgert seinem "innigst geliebten" Schwippschwager Johann Walbrunn das Alleinstellungsmerkmal wegnehmen?, fragte der Fastenprediger. Aber das sprach er dem Kirchenverwaltungsvorsitzenden doch ab.

Auch Max Müllhofer, der mit "allen Wassern gewaschene" Parteistratege, bekam sein Fett ab. Helmut Rewitzer vergaß auch den "Newcomer" der CSU, Stefan Voit, nicht. Der möchte das Rathaus in einen modernen Industriebetrieb verwandeln, keine Gemütlichkeit mehr. Voit sei "ein ausgemachter Hund", der es gewohnt sei, die härtesten Dinge durchzusägen.

"Rainer, hüte dich vor diesem Weibe", mahnte der Redner mit Blick auf das "blonde Gift der CSU". Politik mit Augenaufschlägen durchzusetzen, denn auch Eva habe so dem Adam den Apfel gereicht, meinte der Fastenprediger. Andrea Lang nahm es gelassen mit viel Freude und Lachen.

Weiches Herz

Und Bürgermeister Rewitzer bekam letztlich das Angebot, wenn es zu schwer werde, sich bei den "Seilschaften" durchzusetzen, sich einen Mann mit weichem Herzen zu suchen. Damit meinte Helmut Rewitzer, Vetter des Bürgermeisters, sich gleich mal selbst. Dann könne es in sechs Jahren erneut heißen: "Habemus papam, der Rainer ist es wieder." Der Kulturkreis-Vorsitzende erinnerte aber auch an die Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Regensburg zur Frage, ob Müllhofer geistig oder körperlich tätig sei.

Nach dem Prozess sei Müllhofer sofort zurückgefahren, habe sich einen Blaumann gesucht und dazu einen "prähistorischen" Schlüssel, um sich dann demonstrativ für die Zeitung ablichten zu lassen. Als "Held der Arbeit" habe sich Müllhofer dann präsentiert. Zu vorgerückter Stunde ließ Helmut Rewitzer auch noch Franz Josef Strauß und, ebenfalls sehr gut imitiert, Willy Brandt auferstehen.
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