Weinlese zur Faschingszeit

Der Gerstensaft schmeckt ganz offensichtlich auch dem "Crazy Monster".
Lokales
Pleystein
16.02.2015
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Monster zeigten auf einmal menschliche Züge. Das Prinzenpaar saß in einem überdimensionalen Hexenkessel. Und die Miesbrunner Dorfgemeinschaft lud zur Weinlese. Das war aber bei weitem nicht alles, was der Pleysteiner Gaudiwurm zu bieten hatte.

Der Pleysteiner Faschingszug ist einfach konkurrenzlos. Nur so lässt sich erklären, dass am Sonntagnachmittag trotz vieler weiterer närrischer Umzüge wieder geschätzte 6000 Besucher die Straßen der Stadt gefüllt und die Mitwirkenden des Zugs gefeiert haben.

Die über 30 Gruppen und Motivwagen boten den Besuchern ein farbenprächtiges Spektakel, bei dem vor allem die vielen sagenhaften Kostüme ins Auge stachen. Im Mittelpunkt war der Wagen des Prinzenpaars Stefan III. und Natalie I. Die beiden thronten entsprechend dem Motto des Faschings vom "mystischen Hexenreich" in einem überdimensionalen Hexenkessel. Auf der mit Papierrosen verkleideten Ladefläche des Traktors stand die riesige schwarze Hexe.

"Gondola Bibershofa"

Gleich am Anfang des Zugs lud die Dorfgemeinschaft Bibershof zur Fahrt mit der "Gondola Bibershofa" ein. Daran schlossen sich die weißen "Zauberhasen" an. Ein echter Hingucker waren die roten und weißen Trauben aus Miesbrunn. Die dortige Dorfgemeinschaft startete zur Weinlese.

Kaum ein Faschingszug kommt heuer ohne Conchita Wurst aus. Die brachte aber tatsächlich die Wurst in einem heißen Kessel mit. Venezianische Eleganz zeigte die nächste Fußgruppe. Eine Stammtischmannschaft aus dem Nachbarort hatte sich in Schlümpfe verwandelt, einen Hauch von Frühling vermittelten die Schmetterlinge. Die "Geistlichkeit" schritt ebenfalls recht huldvoll durch die Gasse der Menschen. "Die Scheinheiligen" nannten sich der Herr Pfarrer und die Schwestern.

Dann kam der heiß erwartete Prinzenwagen. Aus dem großen Hexenkessel heraus grüßte das Prinzenpaar Stefan III. und Nathalie I. Fast hätte die überdimensionale Hexe davor das Prinzenpaar überragt. "Ein wirklich gelungener und einmaliger Prinzenwagen", waren sich die Zuschauer einig. Die Hexen in den giftgrünen Kleidern, den passenden Hüten dazu und vor allem auch noch richtig geschminkt, ließen mit den Besen in der Hand fast nichts Gutes erahnen. Doch sie waren lammfromm und hatten ebenso wie die anderen Gruppen Popcorn, Chips und andere Süßigkeiten für die "großen und kleinen Kinder" dabei.

Einen wandernden Dschungel auf dem Pleysteiner Marktplatz hat es noch nicht gegeben. Die Waidhauser Gäste machten es möglich, dass Schilfbüschel kreuz und quer liefen. "Eine Legende geht" hieß das Motto eines Wagens, der sich mit der Fernsehsendung "Wetten, dass..?" befasste.

Und noch einmal kamen Hexen ins Spiel. Die "Feuerhexen" ließen aber kein Feuer auf die Gäste herab, sondern Konfetti in Menge. Die "Crazy Monster" zum Schluss in ihren blauen einteiligen Kostümen, den beiden Hörnern und nur einem Auge sahen zwar noch einmal furchterregend aus, zeigten aber mit dem Seidl Bier in der Hand echte Menschlichkeit.

Der Pleysteiner Faschingszug ist einfach konkurrenzlos. Nur so lässt sich erklären, dass trotz vieler weiterer närrischer Umzüge wieder geschätzte 6000 Besucher die Mitwirkenden des Zugs gefeiert haben. Bilder von Walter Beyerlein
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