Windkraft-Pläne abgeblasen

Lokales
Pleystein
14.10.2015
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Die Pläne zur Windkraftnutzung sind für die Stadt Pleystein bis auf Weiteres gestorben. Allerdings haben sich die Stadträte eine Hintertüre offen gelassen.

Nur zwei Räte plädierten in der Sitzung am Dienstagabend dafür, den Antrag auf Herausnahme von Flächen im Landschaftsschutzgebiet "Naturpark Oberpfälzer Wald" aufrechtzuerhalten. Das Landratsamt Neustadt/WN hatte der Stadt per Brief Ende September empfohlen, den Antrag auf Herausnahme der Fläche zurückzunehmen.

Trotzdem ist für die Stadt die Tür für die Windkraftnutzung nicht ganz zugeschlagen: Gegenüber dem Landratsamt wird der Vorbehalt geltend gemacht, bei Änderung der Rechtslage oder verbesserter wirtschaftlicher Aspekte den Antrag erneut einzureichen.

Nicht mehr sinnvoll

Die Kommune hatte für eine mögliche Windkraftnutzung dem Landratsamt im Eigentum stehende Grundstücke im Bereich der "Platte" Richtung Weißenstein gemeldet. Einigkeit herrschte bei der Stadt darüber, auch die Bürger bei Errichtung von Windrädern mit ins Boot zu holen. Doch mittlerweile ist wegen Änderungen der Rechtslage wie durch Einführung der 10-H-Regelung und der notwendigen Berücksichtigung der Radarstation Eisberg die Aufstellung eines Windrads nicht mehr sinnvoll.

Außerdem wurden in dem von der Gemeinde geplanten Gebiet Weißstörche und Schwarzstörche nachgewiesen. Nachdem bei der Landkreisbehörde eine Vielzahl von Anträgen auf Herausnahme von Grundstücken aus dem Naturpark vorliegt und bei positiver Entscheidung dieses Gebiet seinen rechtlichen Charakter verlieren würde, hat der Bezirk Oberpfalz die Zuständigkeit übernommen.

Helmut Rewitzer sah an der vom Landratsamt Neustadt/WN angeregten Zurücknahme des Antrags einen Eingriff ins kommunale Selbstbewusstsein. "Wir brauchen keinen Oberlehrer", meinte er. Herbert Stahl nannte das Prozedere um die Antragsrücknahme "anrüchig".

Ein Ausdruck, der zweiter Bürgermeisterin Andrea Lang überhaupt nicht gefiel. Sie stellte ausdrücklich und wiederholt die fehlende Rendite als wichtigsten Grund für die Antragsrücknahme heraus. Mit 9:2 Stimmen beschlossen die Räte letztendlich die Rücknahme des Antrags.
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