Zuhörer wie weggeblasen

Die Musiker des Reservistenmusikzugs Oberpfalz lieferten den Gästen ein absoluten Hörgenuss, auch wenn viele Plätze in den hinteren Reihen leer blieben. Dirigenten Christian Ziegler führte das Orchester sicher. Bild: bey
Lokales
Pleystein
16.03.2015
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Alles war bestens angerichtet für einen großen Benefiz-Konzertabend mit dem Reservistenmusikzug Oberpfalz. Obwohl die Musiker überzeugten, blieben viele Plätze leer.

Einen musikalischen Genuss und ein abwechslungsreiches Programm servierte am Samstagabend der Reservistenmusikzug Oberpfalz beim Benefiz-Konzert zugunsten der Kinderkrebshilfe Oberpfalz-Nord in der Turnhalle der Zottbachtalschule. Die Enttäuschung über den schwachen Besuch war allerdings aus den Begrüßungsworten von Bürgermeister Rainer Rewitzer herauszuhören. Er sei erfreut, dass doch "einige" den Weg zu dem Konzert gefunden hätten.

Auch die Reservistenkameradschaft Pleystein, zuständig für das Catering, hatte sich auf erheblich mehr Gäste eingestellt. Hervorzuheben ist aber, dass gerade aus den Nachbarorten einige Gäste gekommen waren. Herbert Putzer als Vorsitzender der Kinderkrebshilfe Oberpfalz-Nord war mit seinem Team gekommen, um die ehrenamtliche Organisation vorzustellen (Infokasten). Das Pleysteiner Stadtoberhaupt, familiär mit dem Leiter des Reservistenmusikzuges Christian Ziegler verbunden, schilderte den "kurzen Weg" zur Abhaltung dieses Konzertes. "Im Gespräch mit dem Leiter des Musikzuges ist schnell klar geworden, mit dem Konzert die Kinderkrebshilfe zu unterstützen", sagte der Bürgermeister.

Zackige Musik

Noch vor der Begrüßung gab der Reservistenmusikzug mit dem "Pariser Einzugsmarsch" eine erste Kostprobe seines Könnens. Zackig, wie es für den Musikzug mit früheren Angehörigen von Heer, Luftwaffe und Marine gehört, verstärkt mit vielen Zivilisten, wurden die Besucher in den vergnüglichen Abend geleitet. Dirigent Christian Ziegler stellte den Musikzug, der erst vor zwei Jahren gegründet wurde, vor. Zusammen mit dem Trompeter Anton Locker moderierte er den Abend.

Klassisch und beschwingt, volkstümlich und mit einem Ausflug in Richtung Schlager war das Programm zusammengestellt. Emil Waldteufels Walzer "Espania" kam den Zuhörern nicht wirklich spanisch, sondern nach ein paar Takten bekannt vor. Traditionelle jüdische Volksmusik mit der so eigenwilligen Taktfolge schloss sich an. Heiner Weigert brillierte anschließend als Solist mit der Klarinette bei einem "Csárdás". Mit dem Marsch "Aller Ehren ist Österreich voll", auch bekannt als Regimentsmarsch des 92. K.u.K.-Infanterieregiments, endete der erste Teil. Bei diesem Stück erinnerten sich manche Gästen an alte Filme mit der unvergessenen "Sissi" und an die an ihr vorbeidefilierenden Soldaten.

Im zweiten Teil verwandelte sich der Vorsitzende des Reservistenmusikzuges, Peter Habermeier, in den immer noch gern gehörten Bill Ramsey. Er legte seine Uniform ab und zog sich einen grell karierten Frack an. Das Orchester verdeutlichte seine musikalische Bandbreite mit Jazz und Swing. Es machte aus dem früheren Gassenhauer "Rosamunde" ein konzertantes Erlebnis und verabschiedete sich mit einem "Zum Städtele hinaus". Bei diesem Marsch lief der Reservistenmusikzug noch einmal zur Höchstform auf.

Altbürgermeister dirigiert

Dann die Überraschung: Christian Ziegler kündigte an, dass der Musikzug auch Altbürgermeister Johann Walbrunns Lieblingsstück, den "Kaiserjägermarsch", beherrscht und holte dazu den Altbürgermeister als Dirigent und Sänger auf die Bühne. Feierlich war der Abschluss des gelungenen Abends mit der deutschen Nationalhymne und dem Bayernlied.
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