Diskussion wegen Umbau des ehemaligen BRK-Heims in Pleystein zu einer Asylbewerberunterkunt
Kritik an der Regierung

Einem Müllplatz gleicht derzeit der Grundstücksteil vor dem BRK-Heim "Am Sonnenhang".
Politik
Pleystein
21.04.2017
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Das ehemalige BRK-Heim "Am Sonnenhang" in Pleystein soll als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt werden. Beim Stammtisch "kriTisch" im TSV-Sportheim mit Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht sorgt das für Diskussionen.

Die von der Regierung der Oberpfalz festgelegten Termine für die Beendigung der Renovierungsarbeiten seien mehrfach verstrichen und verlängert worden. Die Stadt erhalte zudem aus Regensburg kaum sinnvolle Aussagen über den Beginn der Nutzung. Selbst die Auskünfte nach dem derzeitigen Rechtsstatus mit dem Eigentümer der Anlage seien unterschiedlich.

"Unverhältnismäßig hoch"


Als "nicht fair" bezeichneten daher einige Teilnehmer die Vorgehensweise der Regierung. Eine Tischrunde befasste sich mit dem Thema Asylbewerber. Dazu wurde ausgeführt, dass in der Stadt viele Flüchtlingsfamilien integriert sind. Die geplante Unterbringungszahl sei für Pleystein aber "unverhältnismäßig hoch". Gerade in Gemeinschaftsunterkünften gebe es Probleme.

Während in früheren Zeiten private Vermieter mit "horrenden" Mietzahlungen gelockt wurden, käme jetzt die Erkenntnis, dass eine zentrale Unterbringung kostengünstiger sei. Seitens der Pleysteiner tauchen laut der Gesprächsrunde zunehmende Zweifel an der Sicherheit auf.

Der Integrationsgedanke gehe beim BRK-Heim verloren, weil diese Einrichtung fernab des Orts liege. Während in der südlichen Oberpfalz auf politischem Wege eine starke Belastung eines Orts durch Flüchtlinge vermieden werden sollte, wurde dort auf Pleystein und seiner Flüchtlingszahlen verwiesen, die "angeblich im Griff" seien.

Rupprecht machte deutlich, dass sich Konflikte in zentralen Unterkünften mehr aufstauen. Für Pleystein sah der CSU-Politiker die Notwendigkeit, vergleichbare Objekte zu suchen. Bürgermeister Rainer Rewitzer berichtete, dass es derzeit keinen Einzugstermin für die Flüchtlinge gebe. In dem Gebäude seien noch immer Handwerker aktiv. Aber weiterhin würden Voraussetzungen wie ein zweiter Fluchtweg fehlen.

Die Umgebung des BRK-Heims sei "schlicht chaotisch" und die Regierung nehme das hin. Mit der weiteren Akzeptanz dieses Zustands mache sich die Kommune bei der Bevölkerung unglaubwürdig, betonte der Rathauschef. Deshalb werde bei der nächsten Stadtratssitzung am Dienstag, 9. Mai, im öffentlichen Teil ein Vertreter der Regierung über den Sachstand berichten.
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