Jahreshauptversammlung der Frauen-Union
Ehrenamt hat seine Grenzen

Landrat Andreas Meier (stehend) sprach in der Jahreshauptversammlung der Frauen-Union über die Flüchtlingsproblematik und informierte über Vorhaben des Landkreises. Bild: bey
Politik
Pleystein
17.03.2016
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Die Pleysteiner Frauen-Union macht von sich reden. Dank konstant steigenden Mitgliederzahlen blicken andere Ortsverbände neidisch in Richtung Rosenquarzstadt. Vorsitzende Andrea Lang blickte zufrieden auf das vergangene Jahr zurück.

In der Hauptversammlung am Montagabend im Gasthof Weig machte Lang aber deutlich, dass dieser Zuwachs wohl Folge eines umfangreichen Programms für die Mitglieder ist, parteipolitisch gesehen und vom gesellschaftlichen Gesichtspunkt aus. Landrat Andreas Meier stellte die Flüchtlingsproblematik in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Ganz klar erteilte der Landkreischef einer nochmaligen Aufnahme von Flüchtlingen im zahlenmäßigen Umfang des Vorjahrs eine Absage.

Solides Fundament


Meier informierte über die vom Kreistag beschlossene Senkung der Kreisumlage mit Entlastung der Kommunen und die erneute Schuldenminimierung. Damit könne die Kreispolitik auf ein solides Fundament gestellt werden. Mit dem Hinweis auf plötzlich notwendige Ausgaben für die Turnhalle der Realschule Neustadt und die Zurverfügungstellung eines zinslosen Trägerdarlehens für die Kliniken Nordoberpfalz verband der Landkreischef die Verantwortung für die Gesamtregion.

Die eigenen Aufgaben würden aber von der Flüchtlingsproblematik überlagert, meinte Meier. Die Wahlergebnisse würden einen spürbaren Rechtsruck deutlich machen. Gerade in einer Landschaft, die auf Solidarität angewiesen war und für die auch ein entsprechender Zuschlag erhoben wurde, sei ein Ergebnis mit über 20 Prozent für die AfD bedenklich. Deutlich wurde der Landrat bei den Kapazitäten für weitere Flüchtlingsaufnahme: Für nochmals 1000 Flüchtlinge, 1200 leben schon im Landkreis, können keine Wohnungen mehr gefunden werden. Außerdem sei die Akzeptanz bei der Bevölkerung für weitere Flüchtlingsaufnahmen spürbar gesunken.

Zweifelsfrei stehe aber auch fest, dass jeder wirklich Verfolgte eine menschenwürdige Unterkunft ohne Luxus brauche. In direkter Verbindung stehe dazu auch die Abschiebung der Menschen, die keine Bleibeperspektive haben und unberechtigt räumliche Kapazitäten blockieren. Meier machte deutlich, dass ehrenamtliches Engagement seine Grenzen hat. Deshalb müsse überlegt werden, wie die Zahl der Flüchtlinge beschränkt werden könne. Der Landrat erwähnte zudem die Bauvorhaben des Landkreises wie den Ersatz für den "Kobel" beim Landratsamt, die Renovierung des Gymnasiums als Teil der Bildungsaufgabe und die Einführung der Biotonne. Ausdrücklich lobte er die Zusammenarbeit im Kreistag und die Tätigkeit seiner Stellvertreterin Margit Kirzinger.

Ein unüberhörbares Votum gab der Landkreischef für den wiedergenesenen MdB Albert Rupprecht ab, nach dem aus anderer Richtung gewisse Interessen an dessen Mandat sichtbar geworden seien. "Unser Mann bleibt der Albert", sagte der Landrat unter dem Beifall der Versammlung.

Vorsitzende Lang zog ein Resümee über das zurückliegende Jahr. Als wichtigste Veranstaltungen der Frauen-Union nannte sie die Neuwahlen, Gespräche mit MdB Rupprecht, Regierungspräsident Axel Bartelt und Landrat Meier in Verbindung mit der Besichtigung örtlicher Unternehmen. Sie erinnerte an ihre eigenen herausragenden Ergebnisse bei den Wahlen zum Kreis- und Bezirksvorstand, an den Spieletag beim Kinderferienprogramm und vor allem an die Modeschau im Zottbachhaus.

Bestens etabliert habe sich das Frauenfrühstück am "Unsinnigen Donnerstag". Manuela Brey berichtete über die finanzielle Situation des Ortsverbands. Stellvertretende Kreisvorsitzende Annett Kamm lobte die ständige Vergrößerung der Pleysteiner Frauen-Union und die "Frauenpower".

Eigentümer am Zug


Bürgermeister Rainer Rewitzer berichtete über die Beantragung von Mitteln aus dem Kommunalen Investitionsprogramm für die Sanierung der Zottbachtalschule. Im Sinne der Ortsentwicklung kündigte das Stadtoberhaupt den Einstieg ins Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept an. In Sachen Nutzung des BRK-Hauses "Sonnenhang" sei jetzt der Eigentümer am Zug, mit der Regierung der Oberpfalz eine Einigung zu erzielen.
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