Pipeline neuer Straße im Weg
Landkreis müsste Gasleitungen aufwendig sichern

Wegen drei Ferngasleitungen muss die neue Kreisstraße NEW 33 kurz vor Miesbrunn auf der bestehenden Trasse bleiben. Auf die vorgesehene Verlegung der Fahrbahn verzichtet der Landkreis, weil er die Pipeline sonst mit enormem finanziellen Aufwand hätte sichern müssen. Bild: dob
Politik
Pleystein
04.05.2016
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Eine Nachlässigkeit aus dem Jahr 1973 holt jetzt den Landkreis ein. Weil eine wichtige Unterschrift fehlt, wird der Ausbau der Kreisstraße NEW 33 zwischen Miesbrunn und Hagendorf 300 000 Euro teurer.

1973 verlegte die damalige Megal zahlreiche Gasleitungen. Drei dieser Pipelines kreuzen vor der Ortschaft Miesbrunn (Stadt Pleystein) die NEW 33. Genau in diesem Bereich sollte im Zuge des Ausbaus Miesbrunn-Hagendorf die bestehende Trasse verlassen werden und nach Norden abschwenken. Deshalb müssten die Leitungen an der Querungsstelle mit einem Schutzrohr technisch gesichert werden. Der Betreiber der Gasleitung beziffert die Kosten dafür mit über 600 000 Euro.

Nur eine Unterschrift


Wie die Kreisräte im Kreisausschuss weiter erfuhren, gibt es für solche Fälle üblicherweise Kreuzungsverträge. Diese regeln, dass der Betreiber einer Pipeline die Sicherung und auch die Kosten dafür übernimmt. Nur zu dumm, die Vertragsentwürfe hatte vor 43 Jahren nur der damalige Landrat unterschrieben. Eine Gegenzeichnung fehlt. Zudem ist im Grundstück zugunsten der Betreibers eine Grunddienstbarkeit eingetragen. Demnach muss der Landkreis die Kosten für die Sicherung der Gasleitung tragen.

Weil der Landkreis aber nicht für die Open Grid Europe GmbH, so heißt der Nachfolger der Megal, bezahlen möchte, hat das Staatliche Bauamt umgeplant. Die neue Kreisstraße führt nun vor der Gasleitung auf die bestehende NEW 33 zurück. Der Nachteil: Im weiteren Verlauf kann sie nur noch auf Bestand ausgebaut werden, also deutlich schmäler als die vorgesehenen sechs Meter. Kämmerer Alfons Bauer kann dem aber auch etwas Positives abgewinnen: Dadurch, dass die Straße am Ortseingang enger wird, werde eine bremsende Wirkung erzielt. "Die fahren langsamer."

Verunreinigtes Material


Nach einer Umplanung kommen nun noch weitere Optimierungen (Sichtfelder) zum Tragen. Weil der Fahrbahnbelag auf der bestehenden Straße dicker als üblich ist, fällt deutlich mehr mit Steinkohlepechteer verunreinigtes Material an, das entsorgt werden muss. Das 2,21 Kilometer lange Teilstück der NEW 33 kostet statt 2,98 jetzt 3,28 Millionen Euro. Der Ausschuss war damit einverstanden.
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