Stadtrat Pleystein
Eiche muss weichen

Die Tage der Friedenseiche auf dem Marktplatz sind gezählt. Offenbar gab es bei der Pflege zu viele Mängel. Bild: bey
Politik
Pleystein
09.03.2016
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Die Friedenseiche auf dem Pleysteiner Marktplatz muss gefällt werden. Darüber war sich der Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstagabend einig.

Das Gutachten zur Standsicherheit und zur Gesundheit des Baums machte dem Gremium klar, dass die Entfernung und eine anschließende Neupflanzung die sinnvollste Lösung ist. Die Eiche hat die Entfernung der Baumkrone und der toten Äste in den vergangenen Jahren nicht gut überstanden. Diese Maßnahmen waren zur Gefahrenbeseitigung notwendig geworden.

Außerdem kam es in der Vergangenheit zu mehreren Astabbrüchen. Der Gesamtzustand des Baums, vor allem auch die sichtbaren Faulstellen an der Wurzel mit Besiedelung durch Ameisen, hatte die Bauhofmitarbeiter veranlasst, die Standsicherheit infrage zu stellen. Die Stadt hatte deshalb beim Forstbüro Ostbayern ein Gutachten in Auftrag gegeben.

Nicht versiegelt


Daraus war jetzt zu entnehmen, dass die Schnittstellen nicht ordnungsgemäß versorgt worden waren. Die Gepflogenheit, diese Flächen zu versiegeln, wurde nicht eingehalten. Mit eigener Kraft versuchte der Baum diese Verwundungen zu überwallen. Die offenen Schnittflächen sind Eintrittspforten für holzzersetzende Pilze. Gleichzeitig kann sich an den Überwallungen Wasser sammeln, das den Pilzen besonders gute Lebensbedingungen bietet. Am Wurzelstock sind großvolumige Faulstellen zu erkennen. Die Festigkeit der Wurzeln ist so eingeschränkt, dass der Gutachter per Hand davon Bruchstücke entnehmen konnte. Fazit des Gutachters: Die Standsicherheit der Eiche ist eingeschränkt, die Gefahr weiterer Astabbrüche besteht. Wenn der Baum sein "grünes Blätterkleid" trägt, sei bei starkem Wind die Gefahr des Umkippens besonders groß, heißt es in der Expertise.

Deutliche Worte


Christine Neuber fand deutliche Worte zu den bisherigen an externe Firmen übertragenen Arbeiten zur Baumpflege. Diese seien in keinem Fall fachmännisch ausgeführt worden. Max Müllhofer pflichtete bei und merkte an, dass Schnittflächen bei entfernten Ästen üblicherweise mit Baumharz versiegelt werden müssen. Deshalb wünschte sich Bürgermeister Rainer Rewitzer, diese Erkenntnisse im Sitzungsprotokoll festzuhalten und klar zum Ausdruck zu bringen, dass die Arbeiten künftig einer Fachfirma zu übertragen sind.

Zweite Bürgermeisterin Andrea Lang räumte mit dem Hinweis auf das Sicherheitsrisiko beim Verzicht auf das Fällen des Baums jeden Zweifel an der Notwendigkeit dieser Maßnahme aus. Einstimmig beschloss der Stadtrat, die Friedenseiche fällen zu lassen und sofort wieder Ersatz zu pflanzen. Dafür spendet Neuber ihr diesjähriges Sitzungsgeld. Zudem beschloss das Gremium, auch auf der "grünen Insel" vor der Raiffeisenbank wieder einen Baum zu pflanzen.
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